498 Sprüche — Seite 11
Wenn Gewissheit fehlt und Dunkelheit übermächtig scheint, bleibt oft nur die Hoffnung als leise, aber tragende Kraft. Sie verspricht nicht, dass alles leicht wird, doch sie bewahrt den Menschen davor, innerlich aufzugeben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Quellen von Trost und Widerstandsfähigkeit.
Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie auch ohne Beweis weiterwirkt und Zukunft denkbar hält. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Hoffnung nicht als blinden Optimismus, sondern als innere Haltung, die selbst in schweren Zeiten Richtung, Würde und ein Morgen bewahren kann.
Der Geist, der unverrückbar an ein fernes schönes Ziel glaubt, vermag die Lebenskraft sich zu erhalten, die ihn über den Alltag hinwegführt.
— Gustav Stresemann
Aber unwillkürlich blickt der Mensch in die Zukunft, wie er, wenn er am Fenster steht, zum Himmel blickt, und wie an dem Wölkchen oder Gestirne auftauchen und dahin ziehen, so dämmern in ihr Bilder de …
— Ida Hahn - Hahn
Es liegt eine wunderbare Heilkraft in der Natur. Oft gibt der Anblick eines schönen Abendhimmels, der Duft einer Blume, der bedrückten Seele Hoffnung und Lebensmut zurück.
— Sophie Alberti
Frühling, Frühling! Welche Zunge vermöchte ihn auszusaugen, den Zauber, der schon im Worte liegt, und das Herz schlagen lässt voll süßer Sehnsucht und seliger Hoffnung.
— Sophie Alberti
Aller Tod in der Natur ist Geburt, gerade im Sterben erscheint sichtbar die Erhöhung des Lebens
— Johann Gottlieb Fichte
Kann man ein Heiliger sein ohne Gott? Das ist das einzige konkrete Problem, das ich heute kenne.
— Albert Camus
Ohne den Staub, worin er aufleuchtet, wäre der Sonnenstrahl nicht sichtbar
— André Gide
Die Hoffnung ist die Blüte des Wunsches, der Glaube die Frucht der Gewissheit.
— Honoré de Balzac
Hoffe wenig, wirke viel, das ist der kürzeste Weg zum Ziel.
Nur in der Träne des Schmerzes spiegelt sich der Regenbogen einer besseren Welt.
— Christian Friedrich Hebbel
Wenn die Vertreter der Kirche Christen sind, dann bin ich kein Christ; und umgekehrt.
— Leo Tolstoi
Wer in Glaubensfragen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten
— Wilhelm Busch
Dem Armen ist nicht mehr gegeben als gute Hoffnung, übles Leben
— Bernhard Freidank
Der Mund betet nicht, sondern ist nur des betenden Herzens Dolmetscher.
— Julius Wilhelm Zincgref
Man darf die Hoffnung, selbst an der Grenze der Verzweiflung nicht sinken lassen, mag sie uns auch noch so oft verhöhnt, geäfft und sich schnöde von uns gewendet haben.
— Heinrich Martin
Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm
Lass die Winde stürmen auf des Lebens Bahn, ob sie Wogen türmen gegen deinen Kahn: Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht: Gott ist dein Begleiter, er verläßt dich nicht.
Die menschliche Existenz ohne den Glauben an Gott für erträglich zu halten, beruht auf Gedankenlosigkeit.
— Richard Rothe
Denn Liebe, sagt man, ist nur Hoffen und wird, gewährt, vom Tod betroffen.
— Carl Leberecht Immermann
Was der Sonne entgegenwandert, lässt den Schatten hinter sich.