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Sprüche über Veränderung

512 Sprüche — Seite 16

Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.

Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.

  1. Wer Zinnober gebraucht, färbt sich rot, wer Tusche nimmt, färbt sich schwarz.

  2. Sinnlich beginnt der Mensch, dann denkt er, endlich glaubt er.

    — Ludwig Börne

  3. Studiere die Menschen, nicht um sie zu überlisten und auszubeuten, sondern um das Gute in Ihnen aufzuwecken und in Bewegung zu setzen.

    — Gottfried Keller

  4. Die Liebe ist eine Glocke, welche das Entlegenste und Gleichgültigste wieder tönen lässt und in eine besondere Musik verwandelt.

    — Gottfried Keller

  5. Die Vorzüge von gestern sind oft die Fehler von morgen.

    — Anatole France

  6. Warten bringt die jungen Trauben zur Reife und wandelt, was nur sprossender Keim war, zu kraftvoller Saat.

    — Ovid

  7. Hätte ich mich mit dem Schöpfer beraten, als er das Menschengeschlecht schuf, so würde ich ihn gebeten haben, die Runzeln unterhalb der Ferse anzubringen.

    — Ninon de Lenclos

  8. Mobile Politiker bevorzugen häufig kurzfristiges Grundsatz-Leasing

    — Karl-Heinz Karius

  9. Das ist die klarste Kritik der Welt, wenn neben das, was ihm missfällt, einer was Eigenes, Besseres stellt

    — Franz Emanuel August Geibel

  10. In jedem starken menschlichen Gefühl ist sein Gegenteil enthalten. Im Ausbruch der Verzweiflung verkündet sich der Trost, im Jubel lauert die Verzweiflung.

    — Walter Rathenau

  11. Der Spott endet, wo das Verständnis beginnt

    — Marie von Ebner-Eschenbach

  12. Im Wachstum des Lebens hat jede Stufe ihre Vollendung: die Blüte sowohl als die Frucht.

    — Rabindranath Tagore

  13. Wenn du die Welt verändern willst, beginne mit dem Menschen, den du jeden Morgen im Spiegel siehst.

    — Simone Weil

  14. Was uns aber eigentlich zu Bewußtsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist das, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.

    — Albert Schweitzer

  15. Altersweisheit gibt es nicht. Wenn man altert, wird man nicht weise, nur vorsichtig.

    — Ernest Miller Hemingway

  16. Das allerbeste Mittel gegen die Sorgen ist augenblicklich, sich um die anderen bekümmern zu müssen.

    — Carl Hilty

  17. Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von gestern sein.

    — Marie von Ebner-Eschenbach

  18. Ein Dummkopf bleibt ein Dummkopf nur für sich in Feld und Haus; Doch wenn du ihn zum Einfluß bringst, so wird ein Schurke draus.

    — Franz Grillparzer

  19. Je höher du wirst aufwärts gehen, dein Blick wird immer allgemeiner; stets einen größern Teil wirst du vom Ganzen sehen, doch alles Einzelne wird immer kleiner.

    — William Shakespeare

  20. In Ruhe Wurzeln schlagen kann nur, wer aufhört, sich ständig umzuschauen und herumzuziehen.

    — Seneca