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Sprüche über Veränderung

512 Sprüche — Seite 20

Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.

Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.

  1. Wenn der Meister kommt heran, hat das Meisterchen getan.

  2. Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.

  3. Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß, bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.

    Abraham a Sancta Clara

  4. Die Bekanntschaft mit einem einzigen guten Buch kann ein Leben ändern.

  5. Das Leben sähe anders aus, wenn wir, statt über die Lieblosigkeit in der Welt zu klagen, etwas gegen die Lieblosigkeit in uns selbst tun würden.

    Rainer Haak

  6. Es ist vielleicht die größte Tragödie des Alters, dass die Vorzüge der Jugend - Leichtsinn, Beweglichkeit, Liebesbereitschaft - beim alten Mann komisch wirken.

    Alexander Roda Roda

  7. Nur ein schlechter Plan erlaubt keine Änderung

    Publius Syrus

  8. Das Denken ist der Prozess, durch den niedrige Instinkte verwandelt werden.

    Walter Rathenau

  9. Durch mehr tun, als dazu gehört, ward oft schon gut in schlecht umgekehrt.

  10. Die Fesseln der Gewohnheit sind meist so fein, dass man sie kaum spürt. Doch wenn man sie spürt, sind sie so stark, dass sie sich (offenbar) nicht mehr zerreissen lassen.

    Samuel Johnson

  11. Hunger wandelt Bohnen in Mandeln.

  12. Wer über den See geht, wechselt den Himmel, doch nicht den Charakter.

    Horaz

  13. Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.

    Friedrich von Schiller

  14. Immer wieder, wenn wir sinnen, stürzt die Welt in wilde Stücke; immer wieder, still von innen, fügen wir die schöne Brücke.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  15. Die eifrigsten Reformer haben lernen müssen, dass sie sich jediglicher Macht berauben, wenn sie den schwerfälligen Massen zu weit voraneilen.

    Woodrow Wilson

  16. Das Alte wird nie alt, es wird nur alt das Neue.

    Friedrich Rückert

  17. Nimm gegenüber Wandel und Beständigkeit die gleiche Haltung ein, und nichts wird deine Klarheit trüben

    Laotse

  18. Genieß die Gegenwart mit frohem Sinn, sorglos, was dir die Zukunft bringen werde; doch nimm auch bittern Kelch mit Lächeln hin - vollkommen ist kein Glück auf dieser Erde.

    Horaz

  19. Gerade der schöpferische Mensch wird immer auf die Natur zurückgreifen, um menschliche Formeln durch neues Leben zu erfüllen oder zu sprengen

    Gerhart Johann Robert Hauptmann

  20. Die Menschen sind so und wollen so sein… Du wirst sie nicht ändern! Sie jammern und klagen und sind an allem nur selber schuld mit ihrer freudlosen Ungeduld.

    Cäsar Flaischlen