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Sprüche über Veränderung

512 Sprüche — Seite 21

Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.

Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.

  1. Alle Dinge sind an sich selbst widersprechend. Der Widerspruch aber ist die Wurzel aller Bewegung und Lebendigkeit.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  2. Selbst die tiefste Erkenntnis ändert nichts am Wesen der Welt, so wenig wie Selbsterkenntnis am eigenen Wesen.

    Ernst Hohenemser

  3. Es ist nötig, an dem neuen Weg zu arbeiten. Dies ist unverhältnismäßig schwer, aber durchaus nicht ohne Hoffnung.

    Wladimir Iljitsch Lenin

  4. Ein Mensch, der eine bestimmte Art zu handeln gewohnt ist, ändert sich nie und muss, wenn die veränderten Zeitverhältnisse zu seinen Methoden nicht mehr passen, scheitern.

    Nicolaus Machiavelli

  5. Die Zeiten ändern sich. Und noch viel mehr die Menschen; und nur selten hebt man mit freudigem Lächeln wieder auf, was man mit bittern Tränen fallen ließ.

    Christian Friedrich Hebbel

  6. Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.

    Christian Johann Heinrich Heine

  7. Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, dass, wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.

    Blaise Pascal

  8. Dadurch haben sich die Menschen die Ehe zur Hölle gemacht, dass sie sie zu ihrem Himmel machen wollten.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  9. Durch albernes Geheule wird nie was in er Welt gebessert.

    Wilhelm Raabe

  10. Wohin ich auch zu gehen gedenke, so muss ich doch erst immer einen Schlagbaum der Gewohnheit frei machen, so sorgfältig hat sie alle unsere Straßen verrammelt.

    Michel de Montaigne

  11. Ideale sollten nach einer Umformung der Wirklichkeit trachten - nichts Geringeres sollte ihr Ziel sein.

    William James

  12. Unser Ich gleicht den Flüssen, die ihren Namen beibehalten und stets anderes Wasser rollen.

    Karl Julius Weber

  13. Sich der eigenen Leere zu stellen, kann ein Anfang sein.

    Else Pannek

  14. Unsicherheit ist der Begleiter jeder Veränderung.

    Else Pannek

  15. Gewiss ist, dass es Sonne gibt und Regen — dass es Abend wird und Nacht — und dass danach ein Morgen beginnt das ist gewiss.

    Else Pannek

  16. Wir wissen wenigstens, dass wir nichts taugen, und in dieser Erkenntnis ist die Möglichkeit der Besserung gegeben

    Theodor Fontane

  17. Der Mensch träumte und baute Maschinen, nach einiger Zeit fingen die Maschinen an zu träumen und vergaßen den Menschen

  18. Die Erinnerungen früherer Zeiten nehmen von Jahrzehnt zu Jahrzehnt eine andere Gestalt und Wirkung für uns an.

    Jean Paul

  19. Ein jeder Aberglaube versetzt uns ins Heidentum.

    Justus Freiherr von Liebig

  20. Durch den Gebrauch unserer zwei Augen wird unser Leben nicht besser

    Voltaire