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Sprüche über Weisheit

1395 Sprüche — Seite 34

Mehr als Wissen, Lebenserfahrung oder geistige Brillanz ist Weisheit die Fähigkeit, das Wesentliche im rechten Zusammenhang zu sehen. Sie verbindet Urteil mit Milde, Klarheit mit Menschlichkeit und behält auch im Widersprüchlichen einen weiten Blick. Darum zählt dieses Thema zu den höchsten Formen innerer Reife.

Ihre Würde liegt darin, dass sie nicht nur erkennt, sondern das Erkannte auch lebensdienlich einzuordnen weiß. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Weisheit als eine Haltung, in der Tiefe und Güte, Ernst und heitere Einsicht einander nicht ausschließen.

  1. Ein Rat ist, was der Weise nicht braucht und der Narr nicht annimmt

  2. Taten sind Früchte, Worte nur Blätter

  3. Aus dem Munde der Mutter ist selbst der Fluch ein Segen.

  4. Große Dinge sprechen sich am besten durch Schweigen aus

  5. Geschicklichkeit ist besser als Kraft

  6. Großer Geist, hilf mir, dass ich niemand richte, ehe ich einen halben Mond lang in seinen Mokassins gegangen bin!

  7. Viel Gelächter stiftet Unfrieden.

  8. Wenn das Haus fertig ist, kommt der Tod.

  9. Gute Tiere, spricht der Weise, musst du züchten, musst du kaufen, doch die Ratten und die Mäuse, kommen ganz von selbst gelaufen.

    — Wilhelm Busch

  10. Einem herumschweifenden Jäger begegnet ein herumschweifendes Tier.

  11. Ein Gesunder ist geschickt zu wandeln, ein Weiser zu handeln, ein Sanftmütiger zu überkommen.

  12. Schlechter Ruf wird schlecht beantwortet.

  13. Leidenschaft ist schlimmer als Knechtschaft.

  14. Der freie Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod; und seine Weisheit ist ein Nachsinnen über das Leben.

    — Baruch de Spinoza

  15. Die Erkenntnisse von heute sind nicht selten die Irrtümer von morgen.

  16. Die ganze Weisheit junger Toren ist keinen Tag Erfahrung wert.

    — Gottlieb Konrad Pfeffel

  17. Dem einen geh'n die Haare aus, dem ander'n die Gedanken.

  18. Wer zusammen in ein Boot steigt, will dasselbe tun.

  19. Wenn zwei sich streiten, ist der, der dem Zornigen nicht widerspricht, der Weise

    — Euripides

  20. Wer sich an die Weisheit des Herzens hält und sie als Autorität anerkennt, was braucht der noch andere Autoritäten?