Sprüche über Weisheit
1395 Sprüche — Seite 34
Mehr als Wissen, Lebenserfahrung oder geistige Brillanz ist Weisheit die Fähigkeit, das Wesentliche im rechten Zusammenhang zu sehen. Sie verbindet Urteil mit Milde, Klarheit mit Menschlichkeit und behält auch im Widersprüchlichen einen weiten Blick. Darum zählt dieses Thema zu den höchsten Formen innerer Reife.
Ihre Würde liegt darin, dass sie nicht nur erkennt, sondern das Erkannte auch lebensdienlich einzuordnen weiß. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Weisheit als eine Haltung, in der Tiefe und Güte, Ernst und heitere Einsicht einander nicht ausschließen.
Disteln und Dornen stehen sehr, falsche Zungen noch viel mehr.
Wissen sollte man durch Weisheit ersetzen, dadurch wird Sorge schwinden. Alles nur mit dem Verstand zu erfassen wollen, wird Weisheit vertreiben.
Die Straße des Exzesses führt zum Palast der Weisheit
— William Blake
Der Weise ist auf alle Ereignisse vorbereitet.
— Jean-Baptiste Molière
Großer Geist, hilf mir, dass ich niemand richte, ehe ich einen halben Mond lang in seinen Mokassins gegangen bin!
Viel Gelächter stiftet Unfrieden.
Wenn das Haus fertig ist, kommt der Tod.
Gute Tiere, spricht der Weise, musst du züchten, musst du kaufen, doch die Ratten und die Mäuse, kommen ganz von selbst gelaufen.
— Wilhelm Busch
Einem herumschweifenden Jäger begegnet ein herumschweifendes Tier.
Ein Gesunder ist geschickt zu wandeln, ein Weiser zu handeln, ein Sanftmütiger zu überkommen.
Der freie Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod; und seine Weisheit ist ein Nachsinnen über das Leben.
— Baruch de Spinoza
Bist du im Fluss dem Krokodil entronnen, so wirst du auf dem Heimweg ins Dorf dem Leoparden begegnen
Die ganze Weisheit junger Toren ist keinen Tag Erfahrung wert.
— Gottlieb Konrad Pfeffel
Schlechter Ruf wird schlecht beantwortet.
Wer sich an die Weisheit des Herzens hält und sie als Autorität anerkennt, was braucht der noch andere Autoritäten?
Leidenschaft ist schlimmer als Knechtschaft.
Die Erkenntnisse von heute sind nicht selten die Irrtümer von morgen.
Dem einen geh'n die Haare aus, dem ander'n die Gedanken.
Wenn zwei sich streiten, ist der, der dem Zornigen nicht widerspricht, der Weise
— Euripides
Der Weise ist besorgt, sein Vermögen zu erhalten, auch wohl zu vermehren. Daher er unnützen Aufwand meidet, um die Mittel zu haben zu unvorhergesehenen Ausgaben.
— Karl Julius Weber