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Sprüche über Weisheit

1395 Sprüche — Seite 64

Mehr als Wissen, Lebenserfahrung oder geistige Brillanz ist Weisheit die Fähigkeit, das Wesentliche im rechten Zusammenhang zu sehen. Sie verbindet Urteil mit Milde, Klarheit mit Menschlichkeit und behält auch im Widersprüchlichen einen weiten Blick. Darum zählt dieses Thema zu den höchsten Formen innerer Reife.

Ihre Würde liegt darin, dass sie nicht nur erkennt, sondern das Erkannte auch lebensdienlich einzuordnen weiß. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Weisheit als eine Haltung, in der Tiefe und Güte, Ernst und heitere Einsicht einander nicht ausschließen.

  1. Wer den Krüppel verhöhnt, der verspottet Gott.

  2. Die Wünsche des Mannes gehen zu Fuß. Die Wünsche der Frau fliegen.

  3. Kinder zerstreuen mit einer Gabel, was die Eltern mit einer Harke zusammengescharrt haben.

  4. Wer auf die Schuhe der Toten wartet, geht lange barfuß.

  5. Wenn der Baum gefallen ist, läuft jeder hin, um Holz zu holen.

  6. Die Vollkommenheit hat kein Ich, der Heilige hat keinen Verdienst, der Weise hat keinen Namen.

    Chuang-tzu

  7. Die Flamme der Verwirrung und des Zweifels ist es, die der Weise meidet

    Chuang-tzu

  8. Wer sich an die Weisheit des Herzens hält und sie als Autorität anerkennt - was braucht der noch andere Autoritäten?

    Chuang-tzu

  9. Lass den Teufel in die Kirche, und schon steigt er auf die Kanzel.

  10. Nehmt euch vor einem Ochsen vorn, vor einem Esel hinten und vor einem Mönch von allen Seiten in acht!

  11. Gott schickt uns das Fleisch, aber der Teufel die Köche.

  12. Besser mit Klugen in die Hölle als mit Narren ins Paradies.

  13. Die Weisen sagen, der Gegenstand des Willens sei die Güte, der des Verstandes die Wahrheit. Wertvoller aber ist es, das Gute zu wollen, als das Wahre zu erkennen

    Francesco Petrarca

  14. Die Gewohnheiten sind das halbe Leben.

  15. Jede Periode des Lebens hat ihre Leidenschaften. Das Alter, das man für das weiseste halten sollte, hat gewöhnlich die schmutzigsten

    Johann Gottfried Seume

  16. Das Gedächtnis des Lebenskünstlers ist ein Sieb, in dem nur die schönen Stunden zurückbleiben

  17. Ein langes Leben mag nicht gut genug sein, aber ein gutes Leben ist lang genug.

  18. Das Testament des Verstorbenen ist der Spiegel des Lebenden.

  19. Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen soll man nicht von sich weisen.

    Carl Friedrich von Rumohr

  20. Die Weisheit ist in Allem; der sie sucht, dem kommt sie aus allem entgegen

    Carl Friedrich von Rumohr