Sprüche über Reichtum
629 Sprüche — Seite 7
Was ein Leben reich macht, lässt sich nicht allein in Zahlen, Besitz oder Ansehen fassen. Reichtum kann ebenso in Beziehungen, Zeit, Gesundheit, innerer Freiheit oder in der Fähigkeit liegen, das Wesentliche zu schätzen. Gerade deshalb besitzt dieses Thema eine Tiefe, die weit über materiellen Gewinn hinausreicht.
Seine entscheidende Frage lautet nicht nur, was jemand hat, sondern wodurch er sich wirklich erfüllt fühlt. Die Sprüche zu diesem Thema stellen äußeren Wohlstand und inneren Gehalt nebeneinander und zeigen, warum echter Reichtum oft dort beginnt, wo Gier endet und Dankbarkeit einsetzt.
Was Ungeduld ist, kann nur der ermessen, der einen steinreichen, kranken Erbonkel hat.
— Mark Twain
Mit tierischer Geschäftigkeit häuft man einen Berg von Reichtum an, das Leben aber bleibt dabei arm.
— Epikur
Ich würde gern leben wie ein armer Mann mit einem Haufen Geld
— Pythagoras
Der Arme kennt seine Verwandten besser als der Reiche
Über die Armut braucht man sich nicht zu schämen, es gibt mehr Leute, die sich über ihren Reichtum schämen sollten.
— Johann Nepomuk Nestroy
Es gibt zählbare und fühlbare Reichtümer
— Else Pannek
Der Erde köstlichster Gewinn ist frohes Herz und reiner Sinn.
— Johann Gottfried Seume
Gerechtigkeit herrscht, wenn es in einem Volk weder übermäßig Reiche noch übermäßig Arme gibt.
— Thales von Milet
Ohne die bittere chinesische Coptis gegessen zu haben versteht man nicht, die Süße des Zuckers zu schätzen.
Vorhandenes Vermögen soll man betrachten als eine Schutzmauer gegen die vielen möglichen Übel und Unfälle, nicht als eine Erlaubnis oder gar Verpflichtung, die Plaisiers der Welt heranzuschaffen.
— Arthur Schopenhauer
Reich ist, wer so viel besitzt, dass er nichts mehr wünscht.
— Marcus Tullius Cicero
Missgunst ist die Trauer, die wir bei fremden Reichtümern empfinden.
— Zenon von Kition
Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.
— Christian Morgenstern
Reich macht dich nicht die Summe deiner Einkünfte - sondern die Summe der von dir gebrachten Opfer.
— Antoine de Saint-Exupéry
Geld zu haben heißt, sich dreissig Jahre Würde zuzulegen.
Denn Liebe ist Überfluss, Überströmen, Überfülle, die verklärend von ihrem Reichtum abgibt, - seelisch ebenso wie leiblich "abgibt" und "überströmt".
— Diotima
Demnach würde zur Milderung des menschlichen Elends das Wirksamste die Verminderung, ja Aufhebung des Luxus sein.
— Arthur Schnitzler
Besser arm in Ehren als reich mit Schanden.
Die Freude und die Schönheit ist kein Privilegium der Gelehrten, der Adeligen und der Reichen, sie ist ein heiliges Eigentum der Menschheit.
— Friedrich von Schlegel
Junges Blut, spar dein Gut. Armut im Alter wehe tut.