451 Sprüche — Seite 4
In einer lauten und beschleunigten Welt wirkt Ruhe fast wie ein verlorenes Gut. Sie ist weit mehr als Schweigen oder Stillstand, denn in ihr sammeln sich Klarheit, Selbstbeherrschung und die Möglichkeit, wieder bei sich selbst anzukommen. Deshalb gehört dieses Thema zu den stillen Voraussetzungen eines geordneten Lebens.
Echte Ruhe erzwingt sich nicht, sondern entsteht, wenn die Ansprüche einen Moment pausieren und der Blick nach innen Raum gewinnt. Wer sie kennt, weiß, dass in ihr nicht Leere wartet, sondern jene Klarheit, die das Wesentliche vom Flüchtigen trennt – still, aber scharf.
Und all das Geld und all das Gut gewährt zwar viele Sachen; Gesundheit, Schlaf und guten Mut kann's aber doch nicht machen.
— Matthias Claudius
Betrachte die Welt voller Ruhe. Dann strahlt das Licht des Tages aus Deinen Augen. Sie sind der Spiegel der Welt.
Still liegen und wenig denken ist das wohlfeilste Arzneimittel für alle Krankheiten der Seele und wird, bei gutem Willen, von Stunde zu Stunde seines Gebrauchs angenehmer
— Friedrich Nietzsche
Ruhe zieht das Leben an, Unruhe verscheucht es
— Gottfried Keller
Das Höchste, was der Mensch besitzen kann, ist jene Ruhe, jene Heiterkeit, jener innere Friede, die durch keine Leidenschaft beunruhigt werden kann.
— Immanuel Kant
Der Tod ist ein Ausruhen von Not und Elend.
— Marcus Tullius Cicero
Das Erste und Wichtigste im Leben ist, dass man sich selbst zu beherrschen sucht, dass man sich mit Ruhe dem Unabänderlichen unterwirft und jede Lage, die beglückende wie die unerfreuliche, als etwa …
— Wilhelm von Humboldt
Wahre Ruhe ist nicht Mangel an Bewegung. Sie ist Gleichgewicht der Bewegung.
— Ernst von Feuchtersleben
Im Herbst steht in den Gärten die Stille für die wir keine Zeit haben.
— Victor Auburtin
Hast du es eilig, so mache einen Umweg.
Denen, die der Ruhe pflegen, kommen manche ungelegen.
— Wilhelm Busch
Der Mensch braucht ein Plätzchen, und wär's noch so klein, von dem er kann sagen: sieh her, das ist mein! Hier leb ich, hier lieb ich, hier ruhe ich aus, hier ist meine Heimat, hier bin ich zu Hau …
Um ruhig zu sein, muss der Mensch nicht denken, sondern träumen.
— Johann Jakob Engel
Der Mensch will wohl endlich so weit kommen wie die Blumen und die Bäume: ruhig leben und sterben zu dürfen. Zweifellos wünschen sich die meisten Menschen nichts Besseres.
— Christian Morgenstern
Die Kunst Eltern zu sein besteht darin, dann zu schlafen, wenn das Baby nicht hinguckt.
Die größten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.
— Friedrich Nietzsche
Muße ohne Bücher ist der Tod und des lebenden Menschen Grab.
— Seneca
Die gesellschaftliche Konversation wäre ein ausgezeichnetes Schlafmittel, wenn die Leute sich angewöhnen könnten, etwas leiser zu sprechen.
— George Bernard Shaw
Wer sich stets zuviel geschont hat, der kränkelt zuletzt an seiner vielen Schonung. Gelobt sei, was hart macht.
— Friedrich Nietzsche
In allem habe ich Ruhe gesucht und nirgends gefunden als in einem Winkel mit einem Buch.
— Thomas à Kempis