Sprüche über Ärger
551 Sprüche — Seite 25
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Dem fliehenden Feinde baue goldne Brücken
Wer drei Feinde hat, muss sich mit zweien vertragen
Alte Feindschaft wird leicht neu
Versöhntem Feinde traue nicht
Besser offener Feind als zweideutiger Freund.
Wer Feinde schont und Freunde erzürnt, ist sich selbst feind
Wenn einer keinen Feind hat, so geht's ihm übel
Kleine Feinde und kleine Wunden verachtet kein Weiser
Wenn Feinde gute Worte geben, haben sie Böses im Sinne.
Wer ein Feuer will löschen, muss anfangs die Funken ersticken
Das Feuer, das mich nicht brennt, lösch ich nicht
Wer anderer Feuer schürt, dem verlöscht das eigene
Fremdes Feuer ist nie so hell als der Rauch daheim.
Nichts wird uns mehr den Frieden rauben, als: Aberglauben
— Heinrich Martin
Sieh erst auf dich und die Deinen, dann erst schilt mich und die Meinen.
Kommt Feuer und Stroh zusammen, so gibt es gerne Flammen
Wer das Feuer haben will, muss den Rauch leiden.
Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, so löscht es auch in den Herzen aus.
Wo man mit Feuerbränden wirft, da bläst der Teufel in die Asche
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, der zieht sie oft übel heraus.