Sprüche über Ärger
551 Sprüche — Seite 7
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Alles Unglück kommt durch den Mund
Gott bewahre uns vor einem bösen Nachbarn und einem Anfänger im Geigenspiel.
Es bedarf deines Feindes und deines Freundes - in vereinten Werk -, um dich bis ins Mark zu verletzen: Erster verleumdet dich, letzterer überbringt dir die Nachricht.
— Mark Twain
Der Mensch jagt nach Rätseln, und kaum hat er die Auflösung entdeckt, so ärgert er sich über sich selbst.
— Ludwig Tieck
Die Gelegenheit ist der größte Dieb.
— Abraham a Sancta Clara
Ich ärgere mich nicht! Ärger ist ungesund und unwissenschaftlich.
— Georg Büchner
Wir sind nie so sehr in Versuchung, mit anderen zu streiten, als wenn wir mit uns selber unzufrieden sind
— William Hazlitt
Aber, wenn er dies erfuhr, ging's ihm wider die Natur
— Wilhelm Busch
Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.
— Karl Kraus
Unterdrückter Ärger wird zu bleibendem Groll — und der schwächt wie eine verschleppte Krankheit. Gezeigter Ärger erleichtert, vergeht und stärkt.
— Else Pannek
Auch wenn man Leute mit gutem Grund beschimpft, muss man maßhalten.
— Maxim Gorki
Wer Arges tut, der scheut das Licht.
Wer dich einmal betrogen hat, dem traue dein Lebtag nicht wieder.
Wenn jemand mich e i n m a l betrügt, so verzeih' es ihm Gott, betrügt er mich zum zweitenmal, so verzeih' es m i r Gott.
Ist eine Sache geschehen, dann rede nicht darüber; es ist schwer, verschüttetes Wasser wieder zu sammeln.
Mancher droht und zittert vor Furcht.
Zum Raube lächeln heißt, den Dieb bestehlen. Doch selbst beraubst du dich durch unnütz Quälen.
— William Shakespeare
Unterscheidet sich der Geschmack, was Scherze betrifft, so kann das eine Beziehung ungemein belasten.
— George Eliot
Was der Feind uns nicht antun konnte, das tun wir uns selber an.
— John Steinbeck
Wer von allen gehasst wird, kann nicht erwarten, lange zu leben.
— Pierre Corneille