Sprüche über Ärger
551 Sprüche — Seite 26
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Wenn zwei Frauen zusammenkommen, wird die dritte in die Hechel genommen
Drei Frauen, drei Gänse und drei Frösche machen einen Jahrmarkt
Ein Haus, in dem zwei Frauen sind, wird nicht rein gefegt
Wer einen Fuß im Frauenhaus hat, der hat den anderen im Spital
An einer Frau und an einer Mühle gibt es immer was zu flicken
Wer eilt nach fremden Gut, auf den wartet Armut
Wer nach fremdem Gute trachtet, der verliert mit Recht das seine
An fremden Hunden und Kindern ist das Brot verloren
Wer Frieden haben will, muss zum Kriege rüsten
Verbotne Frucht schmeckt am besten
Wenn Eltern sich verletzend streiten, verletzen sie auch ihre Kinder.
— Else Pannek
Nicht ärgern, nur wundern. — Und das Wundern hört dann niemals auf.
— Else Pannek
Wer lüget, wer verleumdet, ist ärger als ein Dieb.
— Friedrich von Hagedorn
Der Ärger mit den meisten Leuten ist nicht so sehr ihre Unwissenheit, sondern dass sie so viele Dinge wissen, die nicht so sind.
— Joseph Billings
Die bittersten Vorwürfe sind die, die man uns nur fühlen lässt.
— Peter Sirius
Wer sich nicht schämt, etwas nicht zu können, und sich nicht ärgert, etwas nicht zu können, der kommt voran.
— Lü Bu We
Wir haben Staub aufgewirbelt und beschweren uns darüber, dass wir nichts sehen können.
— George Berkeley
Ansichten, die vom herrschenden Zeitgeist abweichen, geben der Menge stets ein Ärgernis.
— Germaine Madame de Stael
Unter allen Einmischereien ist die, die sich mit Mann und Frau beschäftigt, für alle Teile die verhängnisvollste.
— Elizabeth von Arnim
Das kleinste Steinchen im Schuh macht mehr Verdruss als der größte Fels am Weg.