Sprüche über Ärger
551 Sprüche — Seite 6
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse, damit er's verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.
— Wilhelm Busch
Ich hasse die Frauen, weil sie immer wissen wo die Sachen sind, die man sucht.
— James Thurber
Die Leute streiten im allgemeinen nur deshalb, weil sie nicht diskutieren können.
— Gilbert Keith Chesterton
Nur der Unwissende wird böse. Der Weise versteht.
Wer sich über Kritik ärgert, gibt zu, dass sie verdient war.
— Tacitus
Ein kleines Geschenk bringt Freude ins Haus und treibt die Gewitterwolken hinaus.
Sorgen soll man nicht mit ins Bett nehmen.
— Ovid
Der eine fährt Mist, der andre spazieren; das kann ja zu nichts Gutem führen ...
— Wilhelm Busch
Wenn ein Feind dir Böses angetan hat, schenke jedem seiner Kinder eine Trompete
Wer Dir als Freund nichts nützen kann, kann allemal als Feind Dir schaden.
— Christian Fürchtegott Gellert
Von daher rühren auch die meisten Streitigkeiten, indem die Menschen ihre Gedanken nicht richtig darstellen oder die Gedanken des andern falsch deuten.
— Baruch de Spinoza
Alles wird uns heimgezahlt, wenn auch nicht von denen, welchen wir geborgt haben.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Bemüh dich nur und sei hübsch froh, der Ärger kommt schon sowieso.
— Wilhelm Busch
Die Faulen und die Dreisten schreien am meisten
Vorurteile und all die Gemeinheiten und Widrigkeiten des Alltags sind notwendig, denn sie werden zu guter Letzt zu irgend etwas Brauchbarem verarbeitet wie der Dünger zu fruchtbarem Humus.
— Anton Tschechow
Fühlst du dich von jemandem beleidigt; so stellst du dich geistig unter ihn.
Neid: der Ärger über den Mangel an Gelegenheit zur Schadenfreude
— Ambrose Bierce
Gott bewahre uns vor einem bösen Nachbarn und einem Anfänger im Geigenspiel.
Einen falschen Eid müssen die Kinder im dritten Geschlecht noch büßen.
Alles Unglück kommt durch den Mund