Sprüche über Essen
432 Sprüche — Seite 15
Was den Körper erhält und Gemeinschaft stiftet, ist weit mehr als bloße Notwendigkeit. Essen verbindet Bedürfnis mit Genuss, Alltag mit Ritual und verrät oft viel über Kultur, Maß und Lebensart. Deshalb besitzt dieses Thema eine überraschende Tiefe, die weit über Küche und Hunger hinausreicht.
Am Tisch zeigen sich Nähe, Dankbarkeit und manchmal auch die Grenzen des Überflusses. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Essen als Quelle von Freude, Sinnlichkeit und Erkenntnis darüber, dass das Einfachste oft den unmittelbarsten Wert besitzt.
Auf das schönste Fleisch sitzen gerne Schmeißfliegen
Menschen essen alle Arten von Fischen, aber dem Hai machen sie einen Vorwurf daraus.
Der Mensch befindet sich niemals im Besitz uneingeschränkter Freiheit, sondern er besitzt nur eine zweiter Ordnung, zum Beispiel steht es ihm frei, das oder das zu essen, nicht aber, überhaupt nicht z …
— Antoine de Rivarol
Dem Hunger entflieht man nicht mit den Füßen, sondern mit den Händen.
Die Sauce ist für die Kochkunst, was die Grammatik für die Sprache.
Es wird mit Recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten, und daß man ihn gehörig mache, ist weibliche Charaktersache.
— Wilhelm Busch
Es ist ein Brauch von Alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör
— Wilhelm Busch
Der Gedanke macht ihn blaß, wenn er fragt: Was kostet das?
— Wilhelm Busch
Die Ehe ist nicht heisser Reis, den man ausspucken kann, wenn man sich den Mund verbrennt.
Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg!
Vom Vater hab ich die Natur, des Lebens ernstes Führen, vom Mütterchen die Frohnatur, die Lust zu fabulieren.
— Johann Wolfgang von Goethe
Was die Mütter gebären, sollen sie ernähren.
Für Hungrige und Durstige ist leicht zu kochen.
Tatsachen sind für den Geist, was die Nahrung für den Körper ist.
— Edmund Burke
Liebe ist wie Suppe: der erste Löffel ist heiß, die folgenden werden immer kälter.
Über Rosen muss man dichten, in die Äpfel lässt sich beissen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär', wär' zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
— Friedrich von Logau
In früheren Zeiten konnte einer ruhig vor seinem vollen Teller sitzen und sich's schmecken lassen, ohne sich darum zu kümmern, dass der Teller seines Nachbarn leer war. Das geht jetzt nicht mehr, auß …
— Marie von Ebner-Eschenbach
Bei einem Festmahl sollte man mit Verstand essen, aber nicht zu gut, und sich aber nicht mit zuviel Verstand unterhalten.
— William Somerset Maugham
Iß warm und trinke kalt, dann wirst du hundert Jahre alt.