Sprüche über Essen
432 Sprüche — Seite 9
Was den Körper erhält und Gemeinschaft stiftet, ist weit mehr als bloße Notwendigkeit. Essen verbindet Bedürfnis mit Genuss, Alltag mit Ritual und verrät oft viel über Kultur, Maß und Lebensart. Deshalb besitzt dieses Thema eine überraschende Tiefe, die weit über Küche und Hunger hinausreicht.
Am Tisch zeigen sich Nähe, Dankbarkeit und manchmal auch die Grenzen des Überflusses. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Essen als Quelle von Freude, Sinnlichkeit und Erkenntnis darüber, dass das Einfachste oft den unmittelbarsten Wert besitzt.
Der Mensch ist das einzige Tier, das freundschaftlichen Verkehr mit seinen Opfern pflegen kann bis es sie verspeist.
— Samuel Butler
Das Essen, nicht das Trinken brachte uns ums Paradies
— Wilhelm Müller
Ein reifer Apfel hängt nicht lang überm Weg
Der wirklich freie Mensch ist der, der eine Einladung zum Essen ausschlagen kann, ohne dafür einen Vorwand angeben zu müssen.
— Jules Renard
Will man in England gut essen, sollte man dreimal täglich frühstücken.
— William Somerset Maugham
Wer erst in saure Äpfel biss und dann in einen süßen, der wird den süßen ganz gewiss dann doppelt froh genießen. Doch wer in süße Äpfel biss und dann in einen herben, dem wird der Herbe ganz gewiss …
Wer sich einmal verbrannt hat, bläst hernach die Suppe.
Ich weiß kaum, was kläglicher ist: In Schulden geraten oder jeden Mittag Wassersuppe essen, um abends die Leute mit Zuckerbrezeln bewirten zu können.
— Annette von Droste-Hülshoff
Ein Mann ohne Frau ist wie Spaghetti ohne Parmesan
Wer sein Brot allein isst, muss auch sein Pferd allein satteln.
Zum Salat mischen braucht man vier Personen: Einen Verschwender, der das Öl gießt, den Geizhals für den Essig, den Weisen zum Salzen und einen Narren zum Vermengen der vier Elemente
Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.
Wenn es am besten schmeckt, soll man aufhören
Nach dem Essen sollst du stehen oder tausend Schritte gehen
Der Frauen Appetit ist doppelt so groß wie der des Mannes, ihre Intelligenz viermal und ihre Begierde achtmal so groß.
Ach, wie bald verläßt der Friede den häuslichen Herd, wenn er an maßgebender Stelle keine kulinarischen Kenntnisse vorfindet!
— Wilhelm Busch
Wenn das Schwein am fettesten ist, hat es den Metzger am meisten zu fürchten.
— Abraham a Sancta Clara
Brot mit Salz wird einen knurrenden Magen gut beruhigen.
— Horaz
Der Geist ist dem selben Gesetz unterworfen wie der Körper: Beide können sich nur durch beständige Nahrung erhalten
— Marquis de Vauvenargues
Viele gute Köche sind gerade dadurch verdorben worden, dass sie zur Kunst übergingen.
— Paul Gauguin