50 Sprüche — Seite 17
Das Wetter bestimmt Stimmungen, Alltag und Landschaft stärker, als viele wahrhaben wollen. Es ist mal Gesprächsstoff, mal Lebensgrundlage und immer ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht alles beherrscht. Gerade diese Mischung aus Nähe, Laune und Naturmacht macht das Thema so dauerhaft gegenwärtig.
Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es auch der Täufer heiss. (27. Dez.)
Sitzen die unschuldigen Kindlein in der Kälte, vergeht der Frost nicht in Bälde. (28. Dez.)
Schneit's am unschuldigen Kindel, fährt der Januar in die Schindeln. (28. Dez.)
Gefriert es Sylvester zu Berg und Tal, geschieht auch dies zum letzten Mal. (31. Dez.)
Dezember kalt mit Schnee gibt Korn auf jeder Höh'.
Ist's in den zwölf Nächten wild, sind sie milden Winter Bild.
An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an. (02. Feb.)
Am Agathentag rieselt's Wasser den Berg hinab. (05. Feb.)
Die Heilige Dorothee watet gerne durch den Schnee. (06. Feb.)
Kommt die Jungfrau Apollonia, sind auch bald die Lerchen wieder da. (09. Feb.)
Ist's an Apollonia feucht, der Winter sehr spät entweicht. (09. Feb.)
St. Eulalia im Sonnenschein, bringt viel Apfel und Apfelwein. (12. Feb.)
St. Valentin friert's Rad mitsamt der Mühle ein. (14. Feb.)
Kalter Valentin - früher Lenzbeginn. (14. Jan.)
Regnet es an St. Valentin, ist die halbe Ernte hin. (14. Feb.)
Der Simon zeigt mit seinem Tage, der Frost ist nicht mehr lange Plage. (18. Feb.)
Friert's um Simeon ganz plötzlich, bleibt der Frost nicht lang gesetzlich. (18. Feb.)
Hat's in der Petersnacht gefroren, lässt uns der Frost dann ungeschoren. (22. Feb.)
Wenn Petri die Bäche sind offen, wird auch kein Eis mehr auf ihnen getroffen. (22. Feb.)
St. Mattheis bricht's Eis, hat er keins, so macht er eins. (24. Feb.)