50 Sprüche — Seite 25
Das Wetter bestimmt Stimmungen, Alltag und Landschaft stärker, als viele wahrhaben wollen. Es ist mal Gesprächsstoff, mal Lebensgrundlage und immer ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht alles beherrscht. Gerade diese Mischung aus Nähe, Laune und Naturmacht macht das Thema so dauerhaft gegenwärtig.
Donnert's ins blattlose Holz, dann schneit's ins Laub.
Ziehen die Spinnen ins Gemach, kommt gleich der Winter nach.
Im November wässere die Wiesen, soll das Gras da reichlich spriesen.
St. Bruno, der Kartäuser, läßt Fliegen in die Häuser. (06. Okt.)
St. Burkhardi Sonnenschein, schüttet Zucker in den Wein. (14. Okt.)
Auf St. Gallus-Tag nichts mehr draussen bleiben mag. (16. Okt.)
Auf St. Gallus-Tag muss jeder Apfel in den Sack. (16. Okt.)
Ist St. Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm'. (18. Okt.)
Wer an St. Lukas Roggen streut, es im Jahr darauf nicht bereut. (18. Okt.)
Ursula bringt's Kraut hinein, sonst schneien Simon und Juda drein. (21. Okt.)
Ursula will uns sagen, bald könnt' das Feld Schnee tragen. (21. Okt.)
Wenn's St. Severin gefällt, bringt er die erste Kält'. (23. Okt.)
Zu Krispin werden die Fliegen hin. (25. Okt.)
Bevor du Simon und Judas schaust, pflanze Bäume, schneide Kraut. (28. Okt.)
Simon und Judas, fegt das Laut in die Gass'. (28. Okt.)
Schneid' das Kraut, bevor Simon und Judas es klaut. (28. Okt.)
Simon und Judas, die zwei, führen oft den Schnee herbei. (28. Okt.)
Am Wolfgangregen ist viel gelegen. (31. Okt.)
Schneit's im Oktober gleich, dann wird der Winter weich.
Oktober kalt - tötet's Ungeziefer bald.