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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 12

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Entscheidungen, Entschlüsse brauchen Zeit — vor oder nach dem Handeln.

    — Else Pannek

  2. Deutlichkeit erspart Längen und kann Gedanken beweisen.

    — Marquis de Vauvenargues

  3. Man lasse den guten Gedanke nur den Plan frei: sie werden kommen.

    — Arthur Schopenhauer

  4. Man ist manchmal von sich selbst so verschieden wie von anderen.

    — François de la Rochefoucauld

  5. Reiss deine Gedanken von deinen Problemen fort, an den Ohren, an den Fersen oder wie immer. Das ist das beste, was der Mensch für seine Gesundheit tun kann.

    — Mark Twain

  6. Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.

    — Karl Kraus

  7. Viele junge Leute ereifern sich über Anschauungen, die sie in 20 Jahren haben werden.

    — Jean-Paul Sartre

  8. Liebt das Buch. Es wird euch freundschaftlich helfen, sich im stürmischen Wirrwarr der Gedanken, Gefühle und Ereignisse zurechtzufinden.

    — Maxim Gorki

  9. Es bleibt der letzte und allgemeine Maßstab für den Wert eines Menschen, ob er auch der Andacht fähig, ob er seine Gedanken vom Staub des Alltags losmachen und eine Feierstille in sich erzeugen und wü …

    — Paul Johann Ludwig von Heyse

  10. Einfälle sind keine Gedanken. Der Gedanke kennt die Schranken, der Einfall setzt sich darüber weg und kommt in der Ausführung nicht vom Fleck.

    — Franz Grillparzer

  11. Wir spielen unsere Gedanken gegeneinander aus, in Wirklichkeit unsere Temperamente.

    — Christian Morgenstern

  12. Je freier man atmet, je freier man lebt.

    — Theodor Fontane

  13. Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.

  14. Stillstand des Blutens macht krank, Stillstand des Denkens macht dumm.

  15. Rücksichtslosigkeit des Denkens ist oft das Zeichen einer unfriedlichen inneren Gesinnung, welche Betäubung begehrt.

    — Friedrich Nietzsche

  16. Zu tausend Dingen bin ich ja nicht gekommen bei meinem sonderbaren Leben und hätte doch zu tausend Dingen Talent gehabt

    — Franziska Gräfin zu Reventlow

  17. Oft denke ich an den Tod, den herben, und wie am End' ich's ausmach?! Ganz sanft im Schlafe möcht' ich sterben und tot sein, wenn ich aufwach!

    — Karl Spitzweg

  18. Ich weiß, dass mir nichts angehört Als der Gedanke, der ungestört Aus meiner Seele will fließen, Und jeder günstige Augenblick, Den mich ein liebendes Geschick Von Grund aus lässt genießen.

    — Johann Wolfgang von Goethe

  19. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen.

    — Max Planck

  20. Die Sprache ist dem Menschen gegeben, um seine Gedanken zu verbergen.

    — Alexandre Talleyrand