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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 10

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.

    Prentice Mulford

  2. Hinter jedem Gedanken lauert eine Leidenschaft, jedes Urteil ist von einer Neigung gefärbt.

    August Strindberg

  3. Die Gedanken, die am öftesten gedacht werden, materialisieren sich auch am stärksten im Organismus.

    Prentice Mulford

  4. Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.

    Prentice Mulford

  5. Und doch ist selbst die größte Sammlung des Weltgeistes, das Zusammentragen der wichtigsten Gedankengüter, nur ein lächerlicher Ausschnitt aus der Unendlichkeit des Geistes selber. Also bedenke in Dem …

    Nikolaus von Kues

  6. Die dünnen Falten, die sich in die Stirn der Denker fressen, bekamen nicht selten ihre Nahrung durch den Zweifel.

    Christa Schyboll

  7. Mein Wissen ist gegen das Eure ein Kind, fern sei, dass ich es leugne; nur dass Eure Gedanken fremde sind, die meinen aber eigne.

    Franz Grillparzer

  8. Lieber ............ , du hast ganz Recht, die Menschen sind erbärmlich schlecht. Ein jeder scheint ein Bösewicht, nur du und ich natürlich nicht.

  9. Finanzleute sind langweilige Menschen. Sie sehen Pläne mit einen einzigen Gedanken an: Wieviel Geld kann man dabei herausschlagen?

    John Knittel

  10. Pflanz einen Baum; und kannst du auch nicht ahnen, wer einst in seinem Schatten tanzt, bedenke, Freund: es haben unsere Ahnen, ehe sie dich kannten, auch für dich gepflanzt.

  11. Wie die Ros' in deinem Haare, Mädchen, bist du bald verblüht; schönes Mädchen, ob bewahre vor dem Welken dein Gemüt!

    Nikolaus Lenau

  12. Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle und seine alten Gedanken.

    Joseph Joubert

  13. Der Mensch tut gut daran, Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben

    Francis Bacon

  14. Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben.

    Wilhelm von Humboldt

  15. Die Empfindungen sind die Vokale, die Gedanken die Konsonanten der Sprache des Inneren

    Franz Grillparzer

  16. Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.

    Georg Büchner

  17. Der erste Gedanke ist der gute in der Kunst - in anderen Dingen ist es der zweite.

    William Blake

  18. Stillstand des Blutens macht krank, Stillstand des Denkens macht dumm.

  19. Rücksichtslosigkeit des Denkens ist oft das Zeichen einer unfriedlichen inneren Gesinnung, welche Betäubung begehrt.

    Friedrich Nietzsche

  20. Je freier man atmet, je freier man lebt.

    Theodor Fontane