Sprüche über Gedanken
755 Sprüche — Seite 9
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.
— Friedrich von Schiller
Die Zunge plappert viel, davon der Kopf nichts weiß.
Wer überlegt, sucht auch Beweggründe, nicht zu dürfen.
— Gotthold Ephraim Lessing
Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.
— Christian Morgenstern
Ein Buch ist ein Druckwerk, aus dem Leser gewöhnlich etwas ganz anderes herauslesen, als der Autor hineingeschrieben hat.
— Georg Christoph Lichtenberg
Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.
— Prentice Mulford
Wie die Ros' in deinem Haare, Mädchen, bist du bald verblüht; schönes Mädchen, ob bewahre vor dem Welken dein Gemüt!
— Nikolaus Lenau
Der Mensch tut gut daran, Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben
— Francis Bacon
Die schönsten Formulierungen sind üblicherweise auch die einfachsten.
— Adam Smith
Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben.
— Wilhelm von Humboldt
Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot zu denken
— Ludwig Andreas Feuerbach
Die echte Freiheit ist nicht eine Freiheit von etwas, sondern eine Freiheit zu etwas.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.
— Michel de Montaigne
Hinter jedem Gedanken lauert eine Leidenschaft, jedes Urteil ist von einer Neigung gefärbt.
— August Strindberg
Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.
— Georg Büchner
Die Gedanken, die am öftesten gedacht werden, materialisieren sich auch am stärksten im Organismus.
— Prentice Mulford
Schöne heilige Gedanken denken, Heiligenleben schildern, das alles wiegt es nicht auf, einer Frage, einer Bitte liebevoll Antwort zu geben.
— Theresia von Lisieux
Die Empfindungen sind die Vokale, die Gedanken die Konsonanten der Sprache des Inneren
— Franz Grillparzer
Mehr als Frieden in sich kann auch der Größte nicht haben.
— Otto von Leixner
Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.
— Prentice Mulford