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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 9

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.

    Friedrich von Schiller

  2. Die Zunge plappert viel, davon der Kopf nichts weiß.

  3. Wer überlegt, sucht auch Beweggründe, nicht zu dürfen.

    Gotthold Ephraim Lessing

  4. Ein wirklich eigener Gedanke ist immer noch so selten wie ein Goldstück im Rinnstein.

    Christian Morgenstern

  5. Ein Buch ist ein Druckwerk, aus dem Leser gewöhnlich etwas ganz anderes herauslesen, als der Autor hineingeschrieben hat.

    Georg Christoph Lichtenberg

  6. Keiner kann einen Körper frisch und schön erhalten, wenn er sich von ausgelaugten Gedanken nährt.

    Prentice Mulford

  7. Wie die Ros' in deinem Haare, Mädchen, bist du bald verblüht; schönes Mädchen, ob bewahre vor dem Welken dein Gemüt!

    Nikolaus Lenau

  8. Der Mensch tut gut daran, Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben

    Francis Bacon

  9. Die schönsten Formulierungen sind üblicherweise auch die einfachsten.

    Adam Smith

  10. Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen erst Inhalt geben.

    Wilhelm von Humboldt

  11. Das Dogma ist nichts anderes als ein ausdrückliches Verbot zu denken

    Ludwig Andreas Feuerbach

  12. Die echte Freiheit ist nicht eine Freiheit von etwas, sondern eine Freiheit zu etwas.

    Johann Heinrich Pestalozzi

  13. Wovor ich mich am meisten fürchte, ist die Furcht.

    Michel de Montaigne

  14. Hinter jedem Gedanken lauert eine Leidenschaft, jedes Urteil ist von einer Neigung gefärbt.

    August Strindberg

  15. Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.

    Georg Büchner

  16. Die Gedanken, die am öftesten gedacht werden, materialisieren sich auch am stärksten im Organismus.

    Prentice Mulford

  17. Schöne heilige Gedanken denken, Heiligenleben schildern, das alles wiegt es nicht auf, einer Frage, einer Bitte liebevoll Antwort zu geben.

    Theresia von Lisieux

  18. Die Empfindungen sind die Vokale, die Gedanken die Konsonanten der Sprache des Inneren

    Franz Grillparzer

  19. Mehr als Frieden in sich kann auch der Größte nicht haben.

    Otto von Leixner

  20. Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.

    Prentice Mulford