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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 34

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Die Gedankenfreiheit haben wir. Jetzt brauchen wir nur noch die Gedanken.

    Karl Kraus

  2. Es ist wirklich erstaunlich, was einem alles so einfällt, wenn man am Schreibtisch sitzt und keine Einfälle hat.

    Joseph Conrad

  3. Der Kriminalschriftsteller ist eine Spinne, die die Fliege bereits hat, bevor sie das Netz um sie herum webt.

    Sir Arthur Conan Doyle

  4. Der Gedanke ist eine Tat, und die fruchtbarste, die auf die Welt wirken kann.

    Emile Zola

  5. Es gehört nicht weniger Geist und Erfindung dazu, einen Gedanken, den man in einem Buche findet, richtig anzuwenden, als der Autor dieses Gedankens zu sein.

    Pierre Bayle

  6. Wer genau wissen will, was er wert ist, braucht nur zu beobachten, was er tut und denkt, wenn er allein ist.

    Franz Edler von Pernwald Schönthan

  7. Auf alle wartet ein und dieselbe Nacht.

    Horaz

  8. Alles, was nicht der Norm entspricht, zwingt zum Nachdenken — und das stört.

    Else Pannek

  9. Wenn ganzer Einsatz erforderlich ist, bewirkt Taktik allein nichts.

    Else Pannek

  10. Körper und Seele nehmen die Haltung der Gedanken an. Tief atmen, gerade machen, den Gedanken Richtung weisen.

    Else Pannek

  11. Dass jeder seine Strafe bekommt, ist ein erfrischender Gedanke. Ob Wünsche in Erfüllung gehen?

    Else Pannek

  12. Beim Bordeaux bedenkt, beim Burgunder bespricht, beim Champagner begeht man Torheiten

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  13. Allein zu essen ist für einen philosophierenden Gelehrten ungesund

    Immanuel Kant

  14. Die Ahnung ist des Herzens Licht.

    Carl Leberecht Immermann

  15. Die einfältige Menge läßt sich ohne großes Überlegen vom Blendenden gefangennehmen.

    Nikolai Wassiljewitsch Gogol

  16. Es verursacht größere Schmerzen, einen quälenden oder gar furchtbaren Gedanken, der sich festgesetzt hat, mit Gewalt aus dem Hirn zu reißen, als bei ihm zu verweilen.

    Giacomo Leopardi

  17. Sobald eine Wahrheit aus mehr als fünf Zeilen besteht, nähert sie sich schon dem Roman

    Jules Renard

  18. Man stattet den Dank eigentlich deshalb ab, um die Dankbarkeit loszuwerden.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  19. Alles kommt beim Denken darauf an, dass einem die rechte Vorstellung im rechten Moment einfällt.

    Karl Robert Eduard von Hartmann

  20. Jede wahre Kraft, der entgegengewirkt wird, verstärkt sich.

    Johann Heinrich Jung-Stilling