575 Sprüche — Seite 36
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Echte Gedanken strömen hervor wie Lava aus dem Berg. Sie bringen die Wärme einer unbekannten Tiefe mit sich.
— August Pauly
Gute Gedanken sind gleich wie Wichtelmännchen. Sie kommen erst aus ihren Ecken hervor, wenn niemand da ist.
— August Pauly
Sei vorsichtig gegen diejenigen, die zu lebhaft mit Worten und Empfindungen spielen; sie suchen dadurch die wahren Vorgänge ihres Innern, ihre Gedanken zu verdecken.
— Heinrich Martin
Gedanken steigen ans Licht empor und bitten um Gewand.
— Friedrich Lienhard
In Einfachheit leben und mit Größe denken.
— William Wordsworth
Nicht Seelen erziehen, nicht göttlich Ewiges nach menschlich kurzen Gedanken modeln sollt ihr, sondern Seelen erkennen. Ihr Gefängnis ist so durchsichtig.
— Maria Waser
Gedanke ist nur ein anderer Name für Schicksal, also wähle dir dein Schicksal selbst! Liebe bringt Liebe, und Hass bringt Hass!
— Ella Wheeler Wilcox
Welcher Gedanke kann so hohe Lebensklugheit geben wie der Todesgedanke!
— Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke
Die Wirklichkeit ist nie so quälerisch als die Gedankenwelt.
— Max Dauthendey
Ein jeder hat Luftschlösser und der Arme zumeist
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Am meisten erfreut man seine Gäste durch das Äußern dummer Gedanken.
— Emily Elizabeth Dickinson
Sage die Wahrheit, aber sage sie verdreht
— Emily Elizabeth Dickinson
Die Schmeichler sind geschickte Gedankenleser; sie sagen dir genau – was du denkst.
— Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg
Das Leben verlangt gebieterisch eine Leitung durch den Gedanken.
— Wilhelm Dilthey
Reimen kann ich leider nicht, dazu braucht man eine Muse. Wenn du tolle Verse willst, sei so gut - mach du se!
Flieg, du kleiner Vogel, wohl über Berg und Tal, und grüße die liebe ............. viele tausendmal.
Ich fang dir eine Wolke ein, dazu den Regenbogen, ich tauch sie ein in Sonnenlicht und lasse sie dann schweben.
Brauchst nicht zu erschrecken, ich will dich nicht necken, Widerspruch nicht wecken mit dem Spruch, dem kecken: Lieber Dreck am Stecken als im Drecke stecken.
Neigt das Jahr sich, wird es kälter; mit den Jahren wirst du älter.
Auf seinem hohen Throne sitzend, spricht Salomo, der Weise: mit unsrer Welt geht's nimmer vorwärts; sie dreht sich nur im Kreise!