575 Sprüche — Seite 39
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Selbstlosigkeit ist ausgereifter Egoismus
— Herbert Spencer
Die Körper wären nicht schön, wenn sie sich nicht bewegten.
— Johannes Kepler
Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in der Wahrnehmung gewesen wäre.
— Thomas von Aquin
Die Ideen entzünden einander wie die elektrischen Funken.
— Johann Jakob Engel
Man stattet den Dank eigentlich deshalb ab, um die Dankbarkeit loszuwerden.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Wer zu laut und zu oft seinen eigenen Namen kräht, erweckt den Verdacht, auf einem Misthaufen zu stehen.
— Otto von Leixner
Zur Größe hat sich schon mancher aufgerungen, aufgeschwungen, aufgeduldet, keiner aber hat sich noch zu ihr aufgeblasen.
— Marie von Ebner-Eschenbach