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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 19

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Denken lernt man nicht an Regeln zum Denken, sondern an Stoff zum Denken.

    — Jean Paul

  2. Wenn du helle Dinge denkst, ziehst du helle Dinge an dich heran

    — Prentice Mulford

  3. Altwerden ist wie auf einen Berg steigen. Je höher man kommt, desto mehr Kräfte sind verbraucht, aber um so weiter sieht man.

    — Ingmar Bergman

  4. Führe die Straße, die du gehst, immer nur zu deinem Ziel bergab; hab' wenn es zu kalt wird warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.

  5. Besser karg als arg

  6. Das Schicksal ist ein Wirbelwind, ein armes Blatt das Menschenkind. Er treibt's zu Tal, er hebt's zum Hügel - das Blättchen rühmt sich seiner Flügel!

    — Hieronymus Lorm

  7. Das Greisenalter, das alle zu erreichen wünschen, klagen alle an, wenn sie es erreicht haben.

    — Marcus Tullius Cicero

  8. Gedanken sind in der geistigen Welt, was Empfindung in der sinnlichen Welt ist.

    — Bettina von Arnim

  9. Unvergänglichkeit gewordener Gedanken ist eine Illusion.

    — Oswald Spengler

  10. Das Leben besteht nicht nur in der Hauptsache aus Tatsachen und Geschehnissen. Es besteht im wesentlichen aus dem Sturm der Gedanken, der jedem durch den Kopf tobt.

    — Mark Twain

  11. Bescheidenheit - Mantel des Hochmuts

    — Carmen Sylva

  12. Ein freier Mensch denkt über nichts weniger nach als über den Tod; seine Weisheit besteht nicht im Denken über den Tod, sondern über das Leben.

    — Baruch de Spinoza

  13. Wer sich auf das Schlimmste gefaßt macht, überwindet die Angst davor und kann wieder klar denken.

    — Andrew Carnegie

  14. Der Inhalt unserer Kunst liegt primär in dem, was unsere Augen denken.

    — Paul Cezanne

  15. Wo Reben sich ranken mit innigem Trieb so meine Gedanken habt alles hier lieb.

    — Clemens Brentano

  16. Offenbar ist der Mensch zum Denken bestimmt - das ist seine Würde und Größe, seine Pflicht aber ist es, richtig zu denken.

    — Blaise Pascal

  17. Wer nur denkt, was er weiß, der denkt noch gar nicht.

    — Friedrich Georg Jünger

  18. Denken ist ein beständig auf seine Widerspruchslosigkeit geprüftes stilles Sprechen.

    — Robert Reinick

  19. Sehnsucht und Ahnung liegen ineinander, eins treibt das andre hervor

    — Bettina von Arnim

  20. Der Einklang ist bei der Diskussion etwas ganz Unerwünschtes.

    — Michel de Montaigne