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Sprüche über Gedanken

755 Sprüche — Seite 32

Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.

In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.

  1. Tulpen, Nelken, Rosen, mach nicht in die Hosen. Du musst deine Ängste dämpfen und um deine Rechte kämpfen.

  2. Das Denken ist der Prozess, durch den niedrige Instinkte verwandelt werden.

    — Walter Rathenau

  3. Still mit dem Aber! Die Aber kosten Überlegung

    — Gotthold Ephraim Lessing

  4. Man lese ein Buch, und lasse es auf sich einwirken, gebe sich dieser Einwirkung hin, so wird man zum richtigen Urteil darüber kommen.

    — Johann Wolfgang von Goethe

  5. Keine Leserei erfordert eine so strenge Diät, als das Lesen abgerissener, hingestreuter Gedanken.

    — Johann Gottfried Herder

  6. Die Ehrgeizigen und die Wollüstigen haben nur selten Zeit zu denken.

    — Voltaire

  7. Ein guter Mensch ging von uns. Doch die Gedanken bleiben für immer.

  8. Lieber beim Laufen sparen als beim Denken.

  9. Wer die Welt zuviel liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken; wer sie zu wenig liebt, kann nicht gründlich genug über sie denken.

    — Christian Morgenstern

  10. Man muß die Zukunft im Sinn haben und die Vergangenheit in den Akten

    — Charles de Talleyrand

  11. Zur Größe hat sich schon mancher aufgerungen, aufgeschwungen, aufgeduldet, keiner aber hat sich noch zu ihr aufgeblasen.

    — Marie von Ebner-Eschenbach

  12. Die Strafe, die züchtigt ohne zu verhüten, heißt Rache.

    — Albert Camus

  13. Über manche Gedankenlücke bilden Zitate die Eselsbrücke.

    — Ludwig Anton Salomon Fulda

  14. Denken heißt Vergleichen.

    — Walter Rathenau

  15. Alle Spekulationen, vielleicht alles Philosophieren ist nur ein Denken in Spiralen: Wir kommen wohl höher, aber nicht eigentlich weiter, und dem Zentrum der Welt bleiben wir immer gleich fern.

    — Arthur Schnitzler

  16. Die Waage gleicht der großen Welt: Das Leichte steigt, das Schwere fällt.

    — Gotthold Ephraim Lessing

  17. Eine Sache, die niemand glaubt, kann nicht oft genug bewiesen werden.

    — George Bernard Shaw

  18. Um zu handeln, muss man toll sein. Ein einigermaßen vernünftiger Mensch begnügt sich mit dem Denken.

    — Georges Clemenceau

  19. Schwimmt man lang im Abgrund der Gedanken, so wird man matt

    — Lord Byron

  20. Die Wahrheit liegt zwischen zwei Extremen, aber nicht in der Mitte.

    — Moritz Heimann