734 Sprüche — Seite 13
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt – sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.
Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist, und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen, in irgend einer Pflanze, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenb …
— Rainer Maria Rilke
Gar sehr verzwickt ist diese Welt mich wundert's dass sie wem gefällt.
— Wilhelm Busch
Wie lächerlich und weltfremd ist der, der sich über irgend etwas wundert, was im Leben vorkommt.
— Mark Aurel
Geld ist die Welt und die Welt ist Geld.
Der Mensch vermag nicht das Große, er vermag nur das Kleine. Und das Kleine ist wichtiger als das Große. Wir können viel Gutes tun auf der Welt, wenn wir bescheiden sind.
— Friedrich Dürrenmatt
Es gibt auf der Welt kaum ein schöneres Übermaß als das der Dankbarkeit
— Jean de la Bruyère
Das sind die Praktiker der Welt, die über Nacht sich umgestellt, die sich zu jedem Staat bekennen: Man könnte sie auch Lumpen nennen.
— Wilhelm Busch
Alle Rätsel der Welt, so schwierig sie sich auch entbieten, sind ein Muster an Einfachheit, sobald ihre Lösung bekannt ist.
— Martin Kessel
Jedes Kind bringt ein Päckchen Liebe mit auf die Welt.
Der Geduldige hat allen Reichtum der Welt
Nach "lieben" ist "helfen" das schönste Zeitwort der Welt.
— Bertha Freifrau von Suttner
Alle Messungen in der Welt wiegen nicht ein Theorem auf, wodurch die Wissenschaft der ewigen Wahrheiten wahrhaft weiter gebracht wird.
— Carl Friedrich Gauß
Zwischen Welt und Einsamkeit ist das rechte Leben. Nicht zu nah und nicht zu weit will ich mich begeben.
— Friedrich Rückert
Mögen wir noch so viele Eigenschaften haben, die Welt achtet nur auf unsere schlechten.
— Jean-Baptiste Molière
Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen: bald siehst du, wenn der Schleier fällt, sen blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen.
— Eduard Mörike
Gebete ändern nicht die Welt. Aber die Gebete ändern Menschen und Menschen ändern die Welt.
— Albert Schweitzer
Wenn wir aus dieser Welt durch Sterben uns begeben, so lassen wir den Ort, wir lassen nicht das Leben.
— Nikolaus Lenau
Der Geduldige hat allen Reichtum der Welt.
Ein Träumer ist jemand, der seinen Weg im Mondlicht findet und den Morgen vor dem Rest der Welt sieht.
— Oscar Wilde
Denn ich habe dich geheiratet, um dich in Gott und nach dem Bedürfnis meines Herzens zu lieben, und um in der fremden Welt eine Stelle für mein Herz zu haben.
— Otto von Bismarck