Sprüche über Welt
711 Sprüche — Seite 24
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt – sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.
Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes zu hören wie die Bilder in einem Museum
— Edmond de Goncourt
Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt
— Alfred Friedrich Delp
Kein Eigentümer schuf die Natur, denn taschenlos, ohne Taschen in den Pelzen, kommen wir zur Welt.
— Christian Johann Heinrich Heine
Für viele ist Gott kaum mehr als eine Berufungsinstanz gegen das Verdammungsurteil der Welt über ihr eigenes Versagen.
— William James
In der Welt fährst du am besten, sprichst du stolz zu stolzen Gästen, mit bescheidenen bescheiden, aber wahr und klar mit beiden.
— Anastasius Grün
Die Welt ist ein Topf, und der Mensch ein Löffel darin.
Ein neues Jahr! Tritt froh herein, mit aller Welt in Frieden; vergiss, wie viel der Plag und Pein das alte Jahr beschieden! Du lebst: Sei dankbar, froh und klug, und wenn drei bösen Tagen ein gu …
— Friedrich Wilhelm Weber
Wenn Unfried ist in aller Welt, gilt der Soldat das meiste Geld.
Es gibt nichts Schwereres auf der Welt als offener Freimut und nichts Leichteres als Schmeichelei.
— Fjodor M. Dostojewski
Indessen ist es bezeichnend für die menschliche Eitelkeit, dass sich jeder einbildet, das ganze All kümmere sich um seine kleinsten Sorgen.
— Jonathan Swift
Ich gebe mich nicht damit ab, zu sagen, was in der Welt zu tun ist - damit geben sich genug andre ab - sondern ich sage, was ich in ihr tue
— Michel de Montaigne
Alles in der Welt endet durch Zerfall oder Ermüdung
— Christian Johann Heinrich Heine
Man ruht nicht still im Glücke, solang man rastlos wallt; die Welt ist eine Brücke und nicht ein Aufenthalt.
— Hieronymus Lorm
Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Welt.
— Johann Wolfgang von Goethe
Nur die Ruhe in der Bewegung hält die Welt und macht den Mann.
— Gottfried Keller
Sphären ineinander lenkt die Liebe, Weltsysteme dauern nur durch sie
— Friedrich von Schiller
Wer die Welt vernünftig ansieht, den sieht auch sie vernünftig an.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Es ist merkwürdig: die Welt ist das größte Wunder und gerade an dieses wollen die Frommen nicht glauben.
— Daniel Spitzer
Es gibt wohl niemanden auf der Welt, der nicht Freude daran hat, Rat zu erteilen.
— John Steinbeck
Schlummer nicht in den Zelten deiner Väter. Die Welt rückt vor.
— Giuseppe Mazzini