Sprüche über Welt
711 Sprüche — Seite 23
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt – sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.
Gott sei dank, dass der Spaß nicht totzukriegen ist auf dieser so sehr mürrischen Welt!
— Wilhelm Raabe
Ein unvermindert Weiterstreben das ist der herrlichste Gewinn, den kann die Welt dir doch nicht geben, du nimmst ihn frei dir selbst dahin.
— Victor Blüthgen
Im Kampf zwischen dir und der Welt, stelle dich immer auf die Seite der Welt.
— Franz Kafka
Was es auch Großes und Unsterbliches zu erstreben gibt: Dem Mitmenschen Freude zu machen ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann.
— Peter Rosegger
Ist dir an schlechten Tagen, das Herz voll Traurigkeit, lass dir nur tröstlich sagen: Die Welt ist schön und weit.
Heute weiß ich, dass Glauben nichts ist als das Hineinleben in die göttliche Welt.
— Carl Friedrich Paul Ernst
Sei ohne Harm und ohne Groll, die Welt ist manchen Zufalls voll. Wenn du stets schaffst in guter Ruh, fällt dir vielleicht ein Glückslos zu.
Hüte Dich vor wirrem Weltgewühle; ohne Staub kommt keiner aus der Mühle.
— Julius Sturm
Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften. Die Welt ist voll Tricks und Betrug. Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet.
Nichts auf der Welt trägt so viele Masken wie die Eifersucht.
— Hermann Bahr
Leg's dem Leben nicht zur Last, dünkt sein Wert dich Plunder! Wenn du Märchenaugen hast, ist die Welt voll Wunder.
Ein Fest naht, ein Fest wie kein anderes. Für alle, die guten Willens sind. Ein Fest, dessen Geist die Welt umspannt, und über Berge und Täler verkündet: Christ ist geboren.
— Joachim Ringelnatz
Die zwei größten Tyrannen der Erde: der Zufall und die Zeit.
— Johann Gottfried Herder
Ich glaube nicht an Zufall. Die Menschen, die in der Welt vorwärtskommen, sind die Menschen, die aufstehen und nach dem von ihnen benötigten Zufall Ausschau halten.
— George Bernard Shaw
Christus kam nicht, um die die Welt in einen Himmel zu verwandeln, sondern um den Himmel auf die Erde zu bringen.
— John Henry Newman
Der Hauptwert des Geldes besteht in der Tatsache, dass man in einer Welt lebt, in der es überbewertet wird.
— H. L. Mencken
Die Welt gehört, wie die Frauen, dem, der sie verführt, genießt und mit Füßen tritt.
— Giacomo Leopardi
Es ist geradezu schauderhaft, dass in einer Welt von Frauen der Mann, überdies mit unebenbürtigen Merkmalen versehen, den Ton bestimmt.
— Helene von Druskowitz
Entspanne dich, lass das Steuer los, trudle durch die Welt, sie ist so schön.
— Kurt Tucholsky
Wir sind in diese Welt gekommen nicht nur, dass wir sie kennen, sondern dass wir sie bejahen
— Rabindranath Tagore