734 Sprüche — Seite 15
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt – sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.
Liebe ist das große Amulett, das diese Welt in einen Garten verwandelt.
— Robert Louis Stevenson
Gesunder Menschenverstand in ungewöhnlichem Maße ist das, was die Welt Weisheit nennt
— Samuel Taylor Coleridge
Wie viel in der Welt auf Vortrag ankommt, kann man schon daraus sehen, dass Kaffee aus Weingläsern getrunken, ein sehr elendes Getränk ist.
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Welt gehört dem, der in ihr mit Heiterkeit und nach hohen Zielen wandert.
— Ralph Waldo Emerson
Es gibt zwei schöne Dinge auf der Welt: Erinnern und Vergessen. Und zwei häßliche: Erinnern und Vergessen.
— Alexander Roda Roda
Musik, die Melodie, zu der die Welt der Text ist.
— Arthur Schopenhauer
Diese Welt ist nur eine Brücke. Gehe darüber, aber baue dein Haus nicht darauf.
Meines Art des Scherzes ist, die Wahrheit zu sprechen. Das ist der komischste Witz in der Welt.
— George Bernard Shaw
Was ist der Mensch? Jedenfalls nicht das, was er sich einbildet zu sein, die Krone der Schöpfung.
— Wilhelm Raabe
Froh und glücklich machen, trösten und erfreuen, ist das Beste, was der Mensch auf dieser Welt ausrichten kann.
— Adolph Kolping
Wenn ich den Himmel nicht bewegen kann, will ich die Unterwelt aufrühren.
— Ferdinand Lassalle
Denn die Liebe ist die einzige Urgewalt, die hartnäckig sich ewig erhält - weil sie die Welt trägt.
— Diotima
Die großen Begebenheiten der Welt werden nicht gemacht, sondern sie finden sich.
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Liebe ist die Köchin, die am meisten anrichtet in der Welt.
— Johann Nepomuk Nestroy
Gott sei Dank, dass der Spaß nicht totzukriegen ist in dieser mürrischen Welt.
— Wilhelm Raabe
Wer die Welt in Ordnung bringen will, gehe zuerst dreimal durchs eigene Haus.
Ich wünsche jedem, der sich tapfer stellt, zum Kampf mit aller Unbill dieser Welt, ein trautes Plätzchen, wo er dann und wann die ganze Welt vergessen kann.
Das Leben ist wie ein Buch, und wer nicht reist, liest nur ein wenig davon.
— Jean Paul
Neiden und beneidet werden ist das meiste tun auf Erden.
— Friedrich von Logau
Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste erreicht.
— Ludwig Börne