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Sprüche über Welt

711 Sprüche — Seite 29

Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.

Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt – sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.

  1. Die Welt hat sich umgekehrt, drum habe ich arme Esel pfeifen gelehrt.

  2. Die Welt schaltet, Gott waltet.

  3. Gott grüßt alle Welt, aber wenige danken ihm.

  4. Was alle Welt verdrießt, verdrießt auch Gott.

  5. Liebe erfüllt die Welt und mehrt den Himmel.

  6. Auf Lieb und Gewinn steht aller Welt Sinn.

  7. Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter. Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.

    Joseph Victor von Scheffel

  8. Welcher Raum in der Welt ist nicht schon voll von unserem Mühen?

    Vergil

  9. Die Welt verstehen nenne ich der Welt gewachsen sein.

    Oswald Spengler

  10. Überhaupt ist in der Welt nichts so schwierig wie das Heiraten.

    Friedrich Schleiermacher

  11. Tiefe Seelen brauchen keinen Weltraum, Welteroberer brauchen keine Seelentiefe.

    Oswald Spengler

  12. Die Welt ist wahrhaft zu ernsthaft, um damit zu spaßen.

    Achim von Arnim

  13. Wer nicht die Welt in seinen Freunden sieht, verdient nicht, dass die Welt von ihm erfahre.

    Johann Wolfgang von Goethe

  14. Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt.

    Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

  15. Die Welt verstehen heißt für einen Menschen: Sie auf das Menschliche zurückführen, ihr ein menschliches Siegel aufdrücken.

    Albert Camus

  16. Nicht die Sittlichkeit regiert die Welt, sondern eine verhärtete Form derselben: Die Sitte.

    Berthold Auerbach

  17. Köpfe, die nur den Nutzen und das Brauchbare bedenken, vernutzen und verbrauchen die Welt.

    Friedrich Georg Jünger

  18. Die Welt ist wie ein Meer; ein jeder geht und fischt, nur dass den Walfisch der, den Stockfisch er erwischt.

    Friedrich von Logau

  19. Alle Welt klagt über den Journalismus, und jedermann möchte ihn für sich benutzen.

    Gustav Freytag

  20. Wer in der Welt gefallen will, muss sich entschließen, eine Menge Dinge zu lernen, die man von Leuten erfährt, die sie nie gelernt haben.

    Nicolas Chamfort