734 Sprüche — Seite 32
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Zwischen äußerer Wirklichkeit und innerem Blick entsteht jene Spannung, aus der viele tiefe Gedanken hervorgehen. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass die Welt nie nur das ist, was vor Augen liegt, sondern immer auch das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt oder erhofft.
Die nicht zivilisierte, unverdorbene Welt ist das beste Verjüngungsmittel.
— Paul Gauguin
Die Weltgeschichte geht von Osten nach Westen, denn Europa ist schlechthin das Ende der Weltgeschichte, Asien der Anfang.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Alles, was in der Welt verdorben worden ist, das ist aus guten Gründen verdorben worden.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Selbst die tiefste Erkenntnis ändert nichts am Wesen der Welt, so wenig wie Selbsterkenntnis am eigenen Wesen.
— Ernst Hohenemser
Österreich ist eine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Auf einem guten Grunde läßt sich ein gutes Gebäude aufführen, und der beste Grund und Boden der Welt ist das Geld.
Eine seltsamere Ware als Bücher gibt es wohl schwerlich in der Welt. Von Leuten gedruckt, die sie nicht verstehen; von Leuten verkauft, die sie nicht verstehen; gebunden, rezensiert und gelesen v …
— Georg Christoph Lichtenberg
Der Mensch muss sich in der Welt selbst forthelfen. Dies ihn zu lehren ist unsere Aufgabe
— Johann Heinrich Pestalozzi
Gegen die Erde gibt es keinen Trost als den Sternenhimmel.
— Jean Paul
Ihrer wahren Wesensbestimmung nach ist die Wissenschaft das Studium der Schönheit der Welt.
— Simone Weil
Die Arbeit ist die zuverlässigste Seligkeit der Erde.
— Ernst Wiechert
Niemand ist nur Individuum, das heißt ein Wesen, das mit der Geburt in die Welt tritt und mit dem Tod endet. Wie bei Einzelmenschen gibt es auch in den Familien Auf- und Abstieg. Genauso ist es in der …
— John Knittel
Ein Mann mir regelmäßiger Tätigkeit sieht wenig von der normalen Tageswelt.
— John Steinbeck
Wenn die Menschen auf Staatsangelegenheiten, Politik und auch auf ihre eigenen Geschäfte so viel Denken, Sorge, Erwägung verwenden würden, wie sie darauf verschwenden, was sie zu einem Maskenball anzi …
— John Steinbeck
Durch albernes Geheule wird nie was in er Welt gebessert.
— Wilhelm Raabe
Aber es ist nun einmal auf der Welt so eingerichtet, dass ein Mann, der den anderen das Brot gibt, zugleich sein Herr ist.
— Jack London
Wir leben in einer Welt, in der ein jeglicher bei weiten mehr auf die Schwächen, Laster und Untugenden des anderen angewiesen ist als auf seine Tugenden.
— Wilhelm Raabe
Es sieht der Mensch die Welt fast immer durch die Brille des Gefühls, und je nach der Farbe des Glases erscheint sie ihm finster oder purpurhell.
— Hans Christian Andersen
Das Beste auf der Welt ist die Redefreiheit.
— Diogenes von Apollonia