734 Sprüche — Seite 16
Weit mehr als bloße Umgebung ist die Welt der Raum, in dem Sehnsucht, Erfahrung und Erkenntnis aufeinander treffen. Sie erscheint groß und verwirrend, schön und unerbittlich zugleich und fordert den Menschen immer wieder heraus, seinen Platz in ihr zu verstehen. Darum wird sie in Sprüchen oft zugleich betrachtet und befragt.
Was dabei entsteht, ist keine Beschreibung von außen, sondern eine Auseinandersetzung von innen. Die Welt, über die nachdenkende Menschen schreiben, ist nie nur das, was vor Augen liegt – sie ist das, was ein Mensch in ihr erkennt, erträgt, bestaunt oder nicht versteht, und genau darin liegt der bleibende Wert dieser Gedanken.
Die Welt ist schön und es lohnt sich, für sie zu kämpfen.
— Ernest Miller Hemingway
Vielleicht kommt's nicht so sehr darauf an, was man lieb hat auf dieser Welt. Aber irgend etwas lieb haben, das muss man!
— Katherine Mansfield
Wie viele Fehler geschehen in der Welt, weil man ohne Überlegung zu Werke geht.
— Theresia von Avila
Muss denn nicht jeder bittere Erfahrungen in der Welt machen, um die Welt kennenzulernen?
— Jakob Michael R. Lenz
Die Erde ist rund - aber man stößt sich an tausend Ecken.
— Martin Kessel
Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste erreicht.
— Ludwig Börne
Je vollständiger man ein Individuum lieben oder bilden kann, je mehr Harmonie findet man in der Welt.
— Friedrich von Schlegel
Neiden und beneidet werden ist das meiste tun auf Erden.
— Friedrich von Logau
Auch ein Zeichner wird schließlich in die Welt hinausgeschickt, wenn er sie lang und sehnsüchtig genug durch die mattgeschliffenen Scheiben seines Büros betrachtet hat.
— Max von Eyth
Ein Glücksfall verändert die Ansicht der Welt: alles Vergangene wirkt, als sei es verhext gewesen.
— Martin Kessel
Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an.
— Johann Wolfgang von Goethe
Nimm die Welt von der leichten Seite, und der Geist wird frei von jeder Last sein.
— Laotse
Was für ein Ende soll die Ausbeutung der Erde in all den künftigen Jahrhunderten noch finden? Bis wohin soll unsere Habgier noch vordringen?
— Plinius d. Ältere
Was mich hinaustreibt in die weite Welt, ist eben das, was so viele ins Kloster getrieben hat: die Sehnsucht nach der Selbstverwirklichung.
— Graf Hermann Keyserling
Die Frage des Friedens ist nicht zuerst eine Frage an die Welt, sondern für jeden an sich selbst
— Karl Theodor Jaspers
Geläng es mir, des Weltalls Grund, somit auch meinen, auszusagen, so könnt´ ich auch zur selben Stund mich selbst auf meinen Armen tragen.
— Franz Grillparzer
Nur Träumer finden ihren Weg durchs Mondlicht und erleben die Morgendämmerung, bevor die Welt erwacht.
— Oscar Wilde
Schönheit ist der Sinn der Welt. Schönheit genießen heißt: die Welt verstehen
— Otto Julius Bierbaum
Zeit = Die Seele der Welt
Auch wenn man nur zum Fenster hinaus schaut, sieht man die Welt.
— Wilhelm Raabe