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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 10

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Schönheit des Körpers hat etwas Tierisches, wenn sie geistlos ist.

    Demokrit

  2. Der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit - dies sind die Stützen der Gesellschaft

    Henrik Johan Ibsen

  3. Zu jeder Zeit liegen einige große Wahrheiten in der Luft; sie bilden die geistige Atmosphäre des Jahrhunderts.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  4. Wohlbehagen ermattet den Geist, Schwierigkeiten erziehen und kräftigen ihn.

    Francesco Petrarca

  5. Die Vögel verlassen die Erde mit ihren Flügeln. Auch die Menschen können die Erde verlassen, zwar nicht mit Flügeln, aber mit ihrem Geist.

  6. Ein reger Geist ist wie ein rollender Schneeball.

  7. Die Ehe sollte eine Frau nicht davon abhalten, ihrer geistigen Neigung zu folgen.

    John Knittel

  8. Das Talent hat darin immer einen Vorsprung vor dem Genie, dass jenes andauert, dieses oft verpufft

    Karl Ferdinand Gutzkow

  9. Gesunder Menschenverstand in ungewöhnlichem Maße ist das, was die Welt Weisheit nennt

    Samuel Taylor Coleridge

  10. Im Feingefühl hat das Herz Geist.

    Sully Prudhomme

  11. Ich würde lieber alle Fabeln der Legenden, des Talmud und des Koran glauben, als dass das Gefüge des Universums ohne einen Geist ist.

    Albert Camus

  12. Ein Mensch ohne Wissenschaft ist wie ein Soldat ohne Degen, wie ein Acker ohne Regen, er ist wie ein Wagen ohne Räder, wie ein Schreiber ohne Feder; Gott selbst mag die Eselsköpfe nicht leiden.

    Abraham a Sancta Clara

  13. Die Natur des Geistes ist so gearbeitet, dass uns der Wechsel meist mehr Erholung schafft als die Ruhe.

    Ernst von Feuchtersleben

  14. Viele Spötter meinen, reich an Geist zu sein, und sind doch nur arm an Takt

    Georg Christoph Lichtenberg

  15. Dein gedenk ich, still erfreut, selbsten in der Einsamkeit; ja, im dicksten Publikum schwebt mein Geist um Dich herum.

    Wilhelm Busch

  16. Jeder, der seinen Geist zeigen will, lässt merken, dass er auch reichlich vom Gegenteil hat

    Friedrich Nietzsche

  17. Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf

    Oscar Wilde

  18. Nimm die Welt von der leichten Seite, und der Geist wird frei von jeder Last sein.

    Laotse

  19. Oft nennt man Güte, was nur ein Mangel an Geistesgegenwart ist.

    Carmen Sylva

  20. In der Liebe haben alle Frauen Geist.

    Honoré de Balzac