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Sprüche über Geist

520 Sprüche — Seite 26

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Narren brüsten sich laut und bringen ihr Wissen zu Markte, doch der höhere Geist schweigt und verwendet die Kraft.

    Heinrich Martin

  2. Des regen Geistes unermüdlich Streben ist: über Irdisches sich zu erheben.

    Heinrich Martin

  3. Bildung ruht auf drei mächtigen Säulen: Geist, Natur und Kunst.

    Heinrich Martin

  4. Der Mangel an Geist und Lebenskraft Erstickt im Menschen den Lebenssaft.

    Heinrich Martin

  5. Siehe, ob Du den Verstand mit dem Geiste kannst vereinen, bring' das Herz mit in Verband, wirst harmonisch dann erscheinen.

    Heinrich Martin

  6. Was stärkt den Geist und macht ihn jung? Aus schöner Zeit – Erinnerung!

    Heinrich Martin

  7. Jedes Alter hat seine Vergnügungen, seinen Geist und seine Sitten.

    Nicolas Boileau-Despreaux

  8. Um die Helden des Geistes ist Freiheit. Sie gehorchen den Gesetzen der Ewigkeit.

    Friedrich Lienhard

  9. In Einfachheit leben und mit Größe denken.

    William Wordsworth

  10. Das ist eine Hauptaufgabe des Lebens: Die physische Jugend welche vorübergeht, durch eine geistige zu ersetzen.

    Rudolf Eucken

  11. Begeisterung ist jene Laune des Geistes, bei der die Vorstellungskraft den besseren Teil des Urteils ausmacht.

    William Warburton

  12. Wissenschaft ist ein erstklassiges Möbelstück für die bel étage – sofern im Erdgeschoß gesunder Menschenverstand herrscht.

    Oliver Wendell Holmes

  13. Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände.

    Oliver Wendell Holmes

  14. Philosophieren heisst Prinzipien suchen, die Vielfalt der Wirkungen, die Unterschiede der Erscheinungen auf die Einheit des Wesens, auf die Grundursachen zurückführen.

    Felix Dahn

  15. Gut vertragen sich miteinander ein stumpfer Geist und eine spitze Zunge.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  16. Eine abgeklärte Seele bringt unserm Geschlechte mehr Segen als ein ganzes Dutzend aufgeklärter Köpfe.

    Georg Jacob F. P. H. Dechent

  17. Die Kritik folgt den Schöpfungen des Geistes wie der Schatten unserem Körper. Sie hat wenig Nutzen, da die meisten Kritiker ganz unzulänglich sind.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  18. Eine Stecknadel hat genauso viel Kopf wie mancher Autor, aber bedeutend mehr Sinn für Zuspitzung.

    George Prentice Denison

  19. Der Geist ist wie ein Fallschirm: er kann nur funktionieren, wenn er offen ist.

    Lord Thomas R. Dewar

  20. Wenn der Magen Geige spielt, fängt das Gehirn einen bösen Tanz an.

    Polybios Dimitrakopoulos