520 Sprüche — Seite 7
Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.
Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.
Und doch ist selbst die größte Sammlung des Weltgeistes, das Zusammentragen der wichtigsten Gedankengüter, nur ein lächerlicher Ausschnitt aus der Unendlichkeit des Geistes selber. Also bedenke in Dem …
— Nikolaus von Kues
Die Arbeit, die tüchtige, intensive Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven, ist doch der größte Genuß im Leben.
— Rosa Luxemburg
Das Geistige eines Kunstwerks besteht nicht darin, über was es spricht, sondern zu wem es spricht.
— Moritz Heimann
Man ist nur in dem Maße wissbegierig, wie man unterrichtet ist.
— Jean-Jacques Rousseau
Der Genuss des Humors setzt höchste geistige Freiheit voraus
— Christian Friedrich Hebbel
Ich muss eine erstaunliche Menge Geist haben; manchmal brauche ich eine Woche, um mich zu entscheiden.
— Mark Twain
Nach einem bösen Traum sieht man, welchen Stoff zu einer Hölle ein bloßes Gehirn in sich aufbewahrt.
— Jean Paul
Die Drei und die Sieben sind die beiden größten geistigen Zahlen.
— Honoré de Balzac
Nur ein großer Geist wagt es, einfach im Stil zu sein.
— Stendhal
Charme ist im Menschen wie das Brennen beim Feuer, das Leuchten bei der Kerze, das Funkeln bei kostbaren Steinen, Gold und Silber. Es ist etwas geistiges.
— Li Liweng
Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität
— Jean Paul
Der Verkehr mit den großen Geistern der Vergangenheit durch ihre Bücher ist einer der edelsten Genüsse. Wir leben mit ihnen wie mit Freunden, wir bewundern und lieben sie, als wenn sie leibhaftig un …
— Gustav Freytag
Wenn man sich zu lange in engen, kleinen Verhältnissen herumdrückt, so leidet der Geist und Charakter. Man wird zuletzt großer Dinge unfähig und hat Mühe sich zu erheben.
— Johann Peter Eckermann
Wenn ein Buch weder dem Geist zu nützlichen Betrachtungen, noch dem Herzen zu guten Entschließungen Gelegenheit gibt, ist es ein unnützes Buch.
— Gotthold Ephraim Lessing
Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.
— Benjamin Disraeli
Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.
— Honoré de Balzac
Es ist ein gewisses Verhältnis nötig zwischen denen, die vornehmlich zum Denken, und zwischen jenen, die vornehmlich zur Tätigkeit geneigt sind.
— Henry Thomas Buckle
Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist.
— Joseph Addison
Der Horizont des Berliners ist längst nicht so groß wie seine Stadt.
— Kurt Tucholsky
Der originelle Kopf bemerkt, was der gewöhnliche nur sieht.
— Emanuel Wertheimer