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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 7

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.

    — Honoré de Balzac

  2. Die Liebe ist das geistige Auge, sie erkennt das Himmlische.

    — Bettina von Arnim

  3. Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität

    — Jean Paul

  4. Wenn ein Buch weder dem Geist zu nützlichen Betrachtungen, noch dem Herzen zu guten Entschließungen Gelegenheit gibt, ist es ein unnützes Buch.

    — Gotthold Ephraim Lessing

  5. Die Arbeit, die tüchtige, intensive Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven, ist doch der größte Genuß im Leben.

    — Rosa Luxemburg

  6. Es ist ein gewisses Verhältnis nötig zwischen denen, die vornehmlich zum Denken, und zwischen jenen, die vornehmlich zur Tätigkeit geneigt sind.

    — Henry Thomas Buckle

  7. Der Verkehr mit den großen Geistern der Vergangenheit durch ihre Bücher ist einer der edelsten Genüsse. Wir leben mit ihnen wie mit Freunden, wir bewundern und lieben sie, als wenn sie leibhaftig un …

    — Gustav Freytag

  8. Die Dauer aller Bücher wird weder durch freundschaftliche, noch feindliche Bemühungen bestimmt, sondern durch ihr eigenes spezifisches Gewicht oder durch den inneren Wert ihres Inhaltes für den unwand …

    — Ralph Waldo Emerson

  9. Dieses Land kann es sich nicht leisten, materiell reich und geistig arm zu sein.

    — John F. Kennedy

  10. Was Grazie dem Körper ist Klarheit dem Geist.

    — François de la Rochefoucauld

  11. Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.

    — Benjamin Disraeli

  12. Der Geist der Frauen stärkt eher ihren Leichtsinn als ihre Vernunft.

    — François de la Rochefoucauld

  13. Neugier ist eine der festen und ständigen Eigenschaften eines energischen Geistes.

    — Samuel Johnson

  14. Wenn man sich zu lange in engen, kleinen Verhältnissen herumdrückt, so leidet der Geist und Charakter. Man wird zuletzt großer Dinge unfähig und hat Mühe sich zu erheben.

    — Johann Peter Eckermann

  15. Oft ist's der eigene Geist, der Rettung schafft, die wir beim Himmel suchen.

    — William Shakespeare

  16. Körper, Seele und Geist sind die Elemente der Welt.

    — Novalis

  17. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    — Marquis de Vauvenargues

  18. Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.

    — Marie Curie

  19. Wer dein Schweigen nicht versteht, versteht auch deine Worte nicht.

    — Elbert Green Hubbard

  20. Der Geist des engstirnigen Menschen ist wie die Pupille des Auges. Je mehr Licht man darauf fallen lässt, um so mehr zieht er sich zusammen.

    — Oliver Wendell Holmes