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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 7

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Der Horizont des Berliners ist längst nicht so groß wie seine Stadt.

    Kurt Tucholsky

  2. Das Auge nimmt das Licht aus der Luft, der Geist nimmt es aus dem Wissen.

    Zenon von Kition

  3. Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.

    Marie Curie

  4. Oft ist's der eigene Geist, der Rettung schafft, die wir beim Himmel suchen.

    William Shakespeare

  5. Wer dein Schweigen nicht versteht, versteht auch deine Worte nicht.

    Elbert Green Hubbard

  6. Körper, Seele und Geist sind die Elemente der Welt.

    Novalis

  7. Bewunderung ist nur das Maß unserer Kenntnisse und beweist weniger die Vollkommenheit der Dinge als die Unvollkommenheit unseres Geistes.

    Marquis de Vauvenargues

  8. Wer dem Buche dient, der dient dem Geiste, wer dem Geiste dient, der dient der Welt.

    Ernst von Wildenbruch

  9. Nicht nur für die Mütze hat man den Kopf auf den Schultern.

  10. Man ist nur in dem Maße wissbegierig, wie man unterrichtet ist.

    Jean-Jacques Rousseau

  11. Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.

    Blaise Pascal

  12. Es gibt gebildete Kreise, denen es nicht an Geld fehlt, wohl aber an Bildung.

    Otto Weiss

  13. Ist der Körper gerade, ist der Geist gerade.

  14. Unsere Köpfe sind wie eine magische Laterne, in der ein Unbekannter ständig kleine Bilder wechselt.

    Stanislaw Brzozowski

  15. Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.

    Stanislaw Brzozowski

  16. Die Arbeit, die tüchtige, intensive Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven, ist doch der größte Genuß im Leben.

    Rosa Luxemburg

  17. Nach einem bösen Traum sieht man, welchen Stoff zu einer Hölle ein bloßes Gehirn in sich aufbewahrt.

    Jean Paul

  18. Die Drei und die Sieben sind die beiden größten geistigen Zahlen.

    Honoré de Balzac

  19. Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.

    Vincent van Gogh

  20. Durch geistige Kraft können wir den beherrschen, der uns an körperlicher überragt.

    Antiphon