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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 16

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Der Intellekt ist bei den allermeisten eine schwerfällige, finstere und knarrende Maschine, welche übel in Gang zu bringen ist.

    Friedrich Nietzsche

  2. Wo es der Rede an Tiefe fehlt, da geht sie in die Breite..

    Charles-Louis de Secondat

  3. Wahre Gemütsruhe ist nur in der Unruhe geistiger Arbeit zu finden.

    Ernst Friedrich August Rietschel

  4. Man höret niemand fast mehr plaudern und erzählen,als Leute, denen Witz, Verstand und Klugheit fehlen.

    Barthold Heinrich Brockes

  5. Solange wir leben, kämpfen wir, solange wir kämpfen, ist es ein Zeichen, dass wir nicht unterlegen sind und der gute Geist in uns wohnt. Und wenn dich der Tod nicht als Sieger antrifft, soll er …

    Augustinus

  6. Schenke mit Geist, ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk du selber bist

    Joachim Ringelnatz

  7. Ein Fest naht, ein Fest wie kein anderes. Für alle, die guten Willens sind. Ein Fest, dessen Geist die Welt umspannt, und über Berge und Täler verkündet: Christ ist geboren.

    Joachim Ringelnatz

  8. Nichts großes Geistiges wurde je durch eine Anstrengung hervorgebracht; Großes kann nur von einem Großen geschaffen werden, und er tut es ohne Anstrengung.

    John Ruskin

  9. Würde ist eine körperliche Kunst, erfunden, um die Mängel des Geistes zu verbergen.

    François de la Rochefoucauld

  10. Schwierigkeiten sind dazu da, um wachzurütteln, nicht um zu entmutigen. Der menschliche Geist entwickelt sich stark durch Konflikte.

    William Ellery Channing

  11. Das Buch ist eines der größten Weltwunder, es ist ein materielles Gefäß für das Immaterielle, den Geist. Das hat es mit dem Menschen gemein.

    Gerhart Johann Robert Hauptmann

  12. Schenke das, was du selbst gern empfangen würdest, und der Geist der Natur wird dich mit seinen Wohltaten überschütten an jedem Tag deines Lebens.

  13. Ein Pedant ist ein Mensch, der geistig schlecht verdaut.

    Jules Renard

  14. Der Wein wirkt stärkend auf den Geisteszustand, den er vorfindet: Er macht die Dummen dümmer, die Klugen klüger.

    Jean Paul

  15. Wasser macht weise, lustig der Wein. Drum trinken wir beides, um beides zu sein.

  16. Ein Geist, der auf zur Gottheit strebt, muß zwar vom Staube sich erheben: doch kann, wer nicht der Erde lebt, auch nicht vom Himmel leben.

    Johann Georg Jacobi

  17. Geist gleicht dem Schwerte und Erfahrung dem Wetzstein.

  18. Der gesunde Mensch ist schön und sein Zustandekommen erstrebenswert. Aber es muss ein bißchen irgendwelcher Krankheit in ihn kommen, dass er auch geistig schön werde.

    Christian Morgenstern

  19. Sehen ist nicht sehen: sehen ist denken.

    Alexander von Villers

  20. Wein erhöht den Geist und macht ihn geneigt zur Entflammung, und beim vollen Pokal schwinden die Sorgen dahin.

    Ovid