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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 12

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.

    — Ludwig Börne

  2. Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.

    — François de la Rochefoucauld

  3. Der unsichere Geist fürchtet, obwohl er zu wissen begehrt

    — Seneca

  4. Die Frau die nachdenkt, ist verloren.

    — Joseph Addison

  5. Geistige Freude ist rein und ruhig.

    — Friedrich von Schlegel

  6. Ruhm ist der Geist eines Menschen, der im Denken anderer Menschen weiterlebt.

    — William Hazlitt

  7. Es gehört nicht viel Geist dazu, alles zu verwirren, viel aber, alles auszugleichen.

    — Charles-Louis de Montesquieu

  8. Wissen ist kostbar für uns, denn wir werden nie Zeit haben, es zu vollenden.

    — Rabindranath Tagore

  9. Was für die äußere Körperwelt das Licht, das ist für die innere Welt des Bewußtseins der Intellekt.

    — Arthur Schopenhauer

  10. Leute, die sich stets um ihre Gesundheit sorgen, sind wie Geizhälse die Schätze horten und nie den Geist aufbringen, sich daran zu erfreuen.

    — Laurence Sterne

  11. Wenn du helle Dinge denkst, ziehst du helle Dinge an dich heran

    — Prentice Mulford

  12. Einen Dummkopf zu betrügen, ist eine Handlung, die eines Menschen von Geist würdig ist.

    — Giacomo Casanova

  13. Wer nicht den tiefen Sinn des Lebens im Herzen sucht, der sucht vergebens, kein Geist und wär er noch so reich, kommt einem edlen Herzen gleich.

    — Friedrich von Bodenstedt

  14. Der Geist ist dem selben Gesetz unterworfen wie der Körper: Beide können sich nur durch beständige Nahrung erhalten

    — Marquis de Vauvenargues

  15. Maß in Büchern, Gedanken und Stil üben auf den Geist denselben guten Eindruck aus, den ein ruhiges Antlitz auf unsere Augen und unsere Stimmung macht.

    — Joseph Joubert

  16. Bücher machen ist ein Handwerk wie Uhren machen, und zu einem Schriftsteller gehört mehr als nur Geist.

    — Jean de la Bruyère

  17. Nichts fürchtet ein dummer Mann mehr als eine gescheite Frau.

    — Christian Johann Heinrich Heine

  18. Der Geist, der allen Dingen Leben verleiht, ist die Liebe.

  19. Es gibt keine wichtigere Sorge in der Schule als die, den Geist der Wahrheit und des Vertrauens in ihren Räumen zu erhalten. Er will aber nur wohnen, wo zugleich der Geist der Freiheit wohnt.

    — Friedrich Paulsen

  20. Gemüt ist mehr als Geist, denn das Gemüt besteht als Wurzel, wenn der Geist wie Blütenstaub vergeht.

    — Friedrich Rückert