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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 6

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Wenn man sich zu lange in engen, kleinen Verhältnissen herumdrückt, so leidet der Geist und Charakter. Man wird zuletzt großer Dinge unfähig und hat Mühe sich zu erheben.

    — Johann Peter Eckermann

  2. Neugier ist eine der festen und ständigen Eigenschaften eines energischen Geistes.

    — Samuel Johnson

  3. Der Geist der Frauen stärkt eher ihren Leichtsinn als ihre Vernunft.

    — François de la Rochefoucauld

  4. Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.

    — Benjamin Disraeli

  5. Was Grazie dem Körper ist Klarheit dem Geist.

    — François de la Rochefoucauld

  6. Dieses Land kann es sich nicht leisten, materiell reich und geistig arm zu sein.

    — John F. Kennedy

  7. Die Dauer aller Bücher wird weder durch freundschaftliche, noch feindliche Bemühungen bestimmt, sondern durch ihr eigenes spezifisches Gewicht oder durch den inneren Wert ihres Inhaltes für den unwand …

    — Ralph Waldo Emerson

  8. Der Verkehr mit den großen Geistern der Vergangenheit durch ihre Bücher ist einer der edelsten Genüsse. Wir leben mit ihnen wie mit Freunden, wir bewundern und lieben sie, als wenn sie leibhaftig un …

    — Gustav Freytag

  9. Es ist ein gewisses Verhältnis nötig zwischen denen, die vornehmlich zum Denken, und zwischen jenen, die vornehmlich zur Tätigkeit geneigt sind.

    — Henry Thomas Buckle

  10. Die Arbeit, die tüchtige, intensive Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven, ist doch der größte Genuß im Leben.

    — Rosa Luxemburg

  11. Wenn ein Buch weder dem Geist zu nützlichen Betrachtungen, noch dem Herzen zu guten Entschließungen Gelegenheit gibt, ist es ein unnützes Buch.

    — Gotthold Ephraim Lessing

  12. Jedes Ich ist Persönlichkeit, folglich geistige Individualität

    — Jean Paul

  13. Die Liebe ist das geistige Auge, sie erkennt das Himmlische.

    — Bettina von Arnim

  14. Die auserwählten Leser haben immer geistige Tendenzen, die denen ihrer Zeit entgegengesetzt sind.

    — Honoré de Balzac

  15. Der originelle Kopf bemerkt, was der gewöhnliche nur sieht.

    — Emanuel Wertheimer

  16. Es ist besser, feurig von Geist zu sein, selbst wenn man dann mehr Fehler begeht, als beschränkt und übervorsichtig.

    — Vincent van Gogh

  17. Der privilegierte Mann, ob er politisch oder ökonomisch privilegiert wird, ist ein Mann, der im Intellekt und im Herzen verdorben wird.

    — Michail Bakunin

  18. Wer seine Kraft bewahren und seinen Geist ausruhen lassen kann, wird Nerven wie Stahl bekommen.

    — Prentice Mulford

  19. Eine auserlesene Büchersammlung ist der vortrefflichste Hausrat.

    — Francesco Petrarca

  20. Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.

    — Theodor W. Adorno