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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 14

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Ich glaube um zu erkennen.

    — Anselm von Canterbury

  2. Von den jedermann bekannten Büchern muss man nur die allerbesten lesen, und dann lauter solche, die fast niemand kennt, deren Verfasser aber sonst Männer von Geist sind.

    — Georg Christoph Lichtenberg

  3. Über eine Spur von Geist in einer Frau freuen wir uns ebenso wie über ein paar Worte, die ein Papagei richtig herausbringt.

    — Honoré de Balzac

  4. Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf

    — Joseph Conrad

  5. Einsamkeit ist die Zufluchtsstätte der Geistreichen und die Folterkammer der Geistesarmen.

  6. Die Berge die es zu versetzen gilt, sind in unserem Bewustsein.

    — Reinhold Messner

  7. Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes.

    — Friedrich von Schiller

  8. Glück ist gut für den Körper, denn Kummer stört den Geist.

    — Marcel Proust

  9. Spottsucht ist oft Armut an Geist.

    — Jean de la Bruyère

  10. Man kann nie so kompliziert denken, wie es plötzlich kommt

    — Willy Brandt

  11. Geistige Fähigkeiten verkümmern wie Muskeln, wenn sie nicht geübt werden

    — Wilhelm Liebknecht

  12. Die Natur des Geistes ist so geartet, dass uns der Wechsel meist mehr Erholung schafft als die Ruhe.

    — Ernst von Feuchtersleben

  13. Ich verstehe unter Geist die Kraft der Seele, welche denkt und Vorstellungen bildet.

    — Aristoteles

  14. Das Unerwartete zu erwarten, verrät einen durchaus modernen Geist.

    — Oscar Wilde

  15. Die in sich selbst ruhende, eigentliche Wahrheit ist mit Gott identisch. Erkenntnis des Wahren ist Wirkung der Wahrheit.

    — Anselm von Canterbury

  16. In allem Streben und Forschen suche ich hinter dam Geheimnis des Lichtstrahls ehrfürchtig das Geheimnis des göttlichen Geistes.

    — Max Planck

  17. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

    — Karl Marx

  18. Die Gelehrten sind nicht immer die Gescheiteren.

    — Francois Rabelais

  19. Träumend plant der Geist seine eigene Wirklichkeit

    — Sören Kierkegaard

  20. Ich glaube, dass durch das Gefühl dem Geist einer Frau alles offenbar wird; nur bleibt es oft nicht darin haften.

    — Guy de Maupassant