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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 3

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Wir sind einander nah durch die Natur, aber sehr entfernt durch die Bildung.

    Konfuzius

  2. Verzicht auf Denken ist geistige Bankrotterklärung.

    Albert Schweitzer

  3. Wie es der Charakter der großen Geister ist, mit wenigen Worten viel zu sagen, so besitzen im Gegenteil die kleinen Geister die Gabe, viel zu sprechen und nichts zu sagen.

    François de la Rochefoucauld

  4. Die unzureichende Sinneswahrnehmung widerlegt die Unendlichkeit nicht.

    Giordano Bruno

  5. Ein gescheiter Mensch muss so gescheit sein, Leute anzustellen, die viel gescheiter sind als er.

    John F. Kennedy

  6. Die kleinen Zimmer oder Behausungen lenken den Geist zum Ziel, die großen lenken ihn ab

    Leonardo da Vinci

  7. Große Geister haben Ziele, andere haben Wünsche

    Washington Irving

  8. Junge Leute tragen im Geistigen oft eine Perücke, aber aus eigenem Haar.

    Hugo von Hofmannsthal

  9. Menschen von Genie zeichnen sich in ihrem Beruf nicht aus, weil sie darin arbeiten, sondern sie arbeiten darin, weil sie sich auszeichnen.

    William Hazlitt

  10. Der Geist läßt uns zu Göttern werden, das Fleisch zu Tieren.

    Erasmus von Rotterdam

  11. Wenige Menschen können denken, aber alle wollen eine Meinung haben.

    George Berkeley

  12. Höchste Geistes- und Seelenbildung bekundet es, alles in seiner Muttersprache sagen zu können.

    Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  13. Der Mensch ist mir mit nichts auf der Welt zufrieden, ausgenommen mit seinem Verstand. Je weniger er hat, desto zufriedener.

    August von Kotzebue

  14. Geistiges Leben läßt sich nicht mit körperlichem Maß messen.

    Leo Tolstoi

  15. Wenn ich ein wenig Geld bekomme, kaufe ich mir davon Bücher. Wenn dann noch etwas übrig ist, kaufe ich mir Essen und Kleidung.

    Erasmus von Rotterdam

  16. Die geistige Unterwerfung beginnt mit der Übernahme der Fragestellung

    Friedrich Georg Jünger

  17. Wenn ein überhäufter Schreibtisch ein Zeichen für einen überhäuften Geist ist - was zeigt dann ein leerer Schreibtisch?

  18. Die Gedanken eines Menschen sind sein Königreich.

  19. Mit vielen Ideen ist man noch kein geistvoller Mann, mit vielen Soldaten noch kein guter Feldherr.

    Nicolas Chamfort

  20. Die Raucher vernebeln nicht nur die Luft, sondern meist auch ihren Geist, und so kann man leichter mit ihnen fertig werden.

    Konrad Adenauer