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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 8

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Es ist zweierlei, Verstand empfangen haben, und den Verstand, den man empfangen hat, auch anzuwenden gelernt haben.

    — Dorothea Christiane Erxleben

  2. Das Geistige eines Kunstwerks besteht nicht darin, über was es spricht, sondern zu wem es spricht.

    — Moritz Heimann

  3. Liebe mag für primitive Naturen ein körperliches Bedürfnis darstellen. Geistigen Menschen bedeutet sie das fesselndste Erlebnis der ganzen Schöpfung.

    — Honoré de Balzac

  4. Das Genie hat etwas vom Instinkt der Zugvögel.

    — Jakob Bosshart

  5. Der Geist ist kein Behälter den man füllt, sondern ein Feuer, das man nährt.

    — Plutarch

  6. Es ist gut, wenn das Herz naiv ist, aber nicht der Kopf.

    — Anatole France

  7. Die Aufrichtigkeit ist - mindestens nach meiner Ansicht - die erste Bedingung jedes geistigen Schaffens.

    — Sully Prudhomme

  8. Der Geist des engstirnigen Menschen ist wie die Pupille des Auges. Je mehr Licht man darauf fallen lässt, um so mehr zieht er sich zusammen.

    — Oliver Wendell Holmes

  9. Nur erst, wenn dir die Form ganz klar ist, wird dir der Geist klar werden.

    — Robert Schumann

  10. Charme ist im Menschen wie das Brennen beim Feuer, das Leuchten bei der Kerze, das Funkeln bei kostbaren Steinen, Gold und Silber. Es ist etwas geistiges.

    — Li Liweng

  11. Die geistige Seele kann nicht entstehen ausser durch Erschaffung.

    — Thomas von Aquin

  12. Der Mensch ist nur ein Schilfrohr, das schwächste in der Natur. Aber ein Schilfrohr, das denkt.

    — Blaise Pascal

  13. Wie Fackeln und Feuerwerk vor der Sonne blass und unscheinbar werden, so wird sowohl Schönheit als Geist, ja Genie, überstrahlt von der Güte des Herzens.

    — Arthur Schopenhauer

  14. Mit Logik kann man Beweise führen, aber keine neuen Erkenntnisse gewinnen, dazu gehört Intuition.

    — Henri Poincaré

  15. Obwohl den meisten Menschen die Vernunft bis zu einem bestimmten Grade zugänglich ist und sie z. B. zu zählen vermögen, wenden sie sie doch im alltäglichen Leben nur sehr wenig an.

    — Thomas Hobbes

  16. Nur was der Geist geschaffen hat, versteht er.

    — Wilhelm Dilthey

  17. Nicht im Kopfe, sondern im Herzen liegt der Anfang

    — Maxim Gorki

  18. Begreifen wir endlich, dass der emotionale Kult der Tradition nur eine Form unserer geistigen Faulheit ist.

    — Stanislaw Brzozowski

  19. Man ist nur in dem Maße wissbegierig, wie man unterrichtet ist.

    — Jean-Jacques Rousseau

  20. Unsere Köpfe sind wie eine magische Laterne, in der ein Unbekannter ständig kleine Bilder wechselt.

    — Stanislaw Brzozowski