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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 9

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Das Genie hat etwas vom Instinkt der Zugvögel.

    — Jakob Bosshart

  2. Liebe mag für primitive Naturen ein körperliches Bedürfnis darstellen. Geistigen Menschen bedeutet sie das fesselndste Erlebnis der ganzen Schöpfung.

    — Honoré de Balzac

  3. Das Geistige eines Kunstwerks besteht nicht darin, über was es spricht, sondern zu wem es spricht.

    — Moritz Heimann

  4. Es ist zweierlei, Verstand empfangen haben, und den Verstand, den man empfangen hat, auch anzuwenden gelernt haben.

    — Dorothea Christiane Erxleben

  5. Das Schicksal kann Reichtümer, doch nicht den Geist rauben.

    — Seneca

  6. Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten: oft lügt der Geist über die Seele.

    — Friedrich Nietzsche

  7. Die Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit

    — Theodor Heuss

  8. Nicht die sichtbare und vergängliche Materie ist das Wirkliche, Reale, Wahre - sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist.

    — Max Planck

  9. Schämen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit …

    — Albert Einstein

  10. Taucht ein Genie auf, verbrüdern sich die Dummköpfe

    — Jonathan Swift

  11. Es ist leichter, Liebhaber als Ehemann zu sein, weil es schwerer ist, alle Tage Geist zu haben, als von Zeit zu Zeit eine hübsche Bemerkung zu machen.

    — Honoré de Balzac

  12. Zweifel ist kein angenehmer geistiger Zustand, doch Gewissheit ist ein lächerlicher

    — Voltaire

  13. Bei jungen Frauen ersetzt die Schönheit den Geist, bei alten der Geist die Schönheit.

    — Charles-Louis de Montesquieu

  14. Die größte Sünde gegen den menschlichen Geist ist, Dinge ohne Beweis zu glauben

    — Thomas Henry Huxley

  15. Durch das Geld vernichtet die Demokratie sich selbst, nachdem das Geld den Geist vernichtet hat.

    — Oswald Spengler

  16. Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist

    — Christian Morgenstern

  17. Du hättest recht, wenn die Dummheit eine Geistesschwäche wäre. Leider ist sie aber eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen …

    — Johann Nepomuk Nestroy

  18. Nur wo Körper- und Geistestätigkeit in geordneter lebendiger Wechselwirkung stehen, ist wahres Leben.

    — Friedrich Fröbel

  19. Zu jeder Zeit liegen einige große Wahrheiten in der Luft; sie bilden die geistige Atmosphäre des Jahrhunderts.

    — Marie von Ebner-Eschenbach

  20. Wohlbehagen ermattet den Geist, Schwierigkeiten erziehen und kräftigen ihn.

    — Francesco Petrarca