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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 19

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Manchmal ergreift das altern zuerst den Körper, manchmal aber auch den Geist.

    Michel de Montaigne

  2. Methoden sind Gewohnheiten des Geistes und Sparsamkeiten der Erinnerung.

    Antoine de Rivarol

  3. Geistige Größe kann alle körperlichen Gebrechen unsichtbar machen.

  4. Ich glaube, dass jede Architektur, die sich an den Geist wendet, noch immer das Werk eines Einzelnen ist

    Le Corbusier

  5. Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut

    George Bernard Shaw

  6. Die Macht des Geistes ist die Theorie, ohne Taten ist sie jedoch nutzlos

  7. Ist sie auch geistreich? Fragt ihr zumeist. Was wollt ihr denn? Herz heißt des Weibes Geist. Wird sie unendlich lieben können, dürft ihr getrost sie geistreich nennen.

    Friedrich Vischer

  8. Geist ist keinesfalls, was man im Haushalt braucht.

    Jean-Baptiste Molière

  9. Eine ausgewählte Bücherei ist das einzige Parkett, auf dem wir uns mit den größten Geistern der Vergangenheit und Gegenwart zwanglos unterhalten können.

    Novalis

  10. Gute Bücher sind die Quintessenz der tüchtigen Geister, der Inbegriff ihrer Kenntnisse, die Frucht iher langen Nachtwachen.

    Marquis de Vauvenargues

  11. Ein anspruchsvolles Buch will im Zusammenhang gelesen werden.

    Friedrich Rückert

  12. Bücher sind immer noch die wohlfeilsten Lehr- und Freudenmeister und der wahre Beistand hienieden für Millionen besserer Menschen.

    Karl Julius Weber

  13. Der Geist der Frauen ist von Quecksilber, ihr Herz von Wachs.

  14. Keinen Geist kann man so umfassend lieben wie die Natur.

    Edvard Grieg

  15. Die Einfachheit des Geistes ist Dummheit, die des Herzens Unschuld.

    Giacomo Casanova

  16. Der Buchstabe ist nicht der Geist, und die Bibel ist nicht die Religion.

    Gotthold Ephraim Lessing

  17. Die Dummheit des Mannes erkennt man an seinen Worten, die der Frau an ihrem Schweigen. Eine stumme Frau ist dumm, ein schweigsamer Mann kann für bedeutend gehalten werden.

    Sully Prudhomme

  18. Von Kindheit an war ich ein Freund des Lesens, und das bisschen Geld, das mir in die Hände kam, wurde für gute Bücher ausgegeben.

    Benjamin Franklin

  19. Mit bloßen Reizen, leiblichen oder geistigen, in der Ehe zu fesseln hoffen, ohne das Herz und ohne die Vernunft, welche allein anknüpfen und festhalten, heißt, eine Blumenkette oder einen Blumenkranz …

    Jean Paul

  20. Geistreiche Menschen wären oft einsam ohne die Flachköpfe, die stolz auf sie sind

    Marquis de Vauvenargues