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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 15

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Keiner überschreitet die engen Grenzen der Menschheit: Alle haben ihre Gebrechen, bald im Kopfe, bald im Herzen.

    — Baltasar Gracián y Morales

  2. Die Leihbibliotheken studiere, wer den Geist des Volkes kennen lernen will.

    — Wilhelm Hauff

  3. Der Weg des Geistes ist der Umweg.

    — Georg Friedrich Wilhelm Hegel

  4. Die Kraft zu lieben, die Gesundheit, sich, das Leben, Freundschaft und Geist zu genießen und zu erwidern, ist der Zauber, der alles bezwingt.

    — Ludwig Tieck

  5. Die Hindernisse rühren nicht so sehr daher, dass der Geist leer ist von Wissen, sondern daher, dass er voll ist von Vorurteilen.

    — Pierre Bayle

  6. Kein Geist kann ohne Körper erscheinen

    — Wilhelm Schulz

  7. Man wird immer finden, dass diejenigen, die wirklich wissen, die bescheidensten Menschen sind.

    — Rudolf Steiner

  8. Lesen macht vielseitig, Verhandeln geistesgegenwärtig und Schreiben genau.

    — Francis Bacon

  9. Ins Innere der Natur dringt kein erschaffner Geist.

    — Albrecht von Haller

  10. Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist, als in das Gesicht.

    — Michel de Montaigne

  11. Ein gutes Zitat ist ein Diamant am Finger eines geistreichen Menschen und ein Pflasterstein in der Hand eines Narren.

    — Joseph Roux

  12. Katastrophen machen kluge und starke Menschen immer zu Philosophen.

    — Honoré de Balzac

  13. Liebe ist Verzicht auf Widerstand, und Widerstand ist das Grundprinzip des Geistes. Deshalb vertragen sich Geist und Liebe so schlecht.

    — Otto Flake

  14. Aus den Leidenschaften werden Meinungen, die Trägheit des Geistes läßt diese zu Überzeugungen erstarren.

    — Friedrich Nietzsche

  15. Das Gelingen großer und guter Handlungen ist in alle Ewigkeit der höchste Genuß großer und guter Geister.

    — Johann Heinrich Jung-Stilling

  16. Wer in der Einsamkeit noch geistig mit seinen Widersachern weiterkämpft, gibt sich überflüssig aus.

    — Prentice Mulford

  17. Geistreich sein heißt, sich leicht verständlich zu machen, ohne deutlich zu werden

    — Jean Anouilh

  18. Das höchste Gut des Geistes ist die Erkenntnis Gottes, und die höchste Tugend des Geistes ist, Gott zu erkennen.

    — Baruch de Spinoza

  19. Der Intellekt ist bei den allermeisten eine schwerfällige, finstere und knarrende Maschine, welche übel in Gang zu bringen ist.

    — Friedrich Nietzsche

  20. Wo es der Rede an Tiefe fehlt, da geht sie in die Breite..

    — Charles-Louis de Secondat