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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 11

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Gelehrte und Intellektuelle sind für mich wie kokette Damen. Man sollte sie besuchen, mit ihnen parlieren, aber sie weder heiraten noch zu Ministern machen.

    — Napoleon

  2. Alles Vergnügen des Geistes, alle seine Freude beruht darauf, dass er, wenn er sich mit anderen vergleicht, Gelegenheit habe, über sich selbst recht hoch zu denken.

    — Thomas Hobbes

  3. Nimm die Welt von der leichten Seite, und der Geist wird frei von jeder Last sein.

    — Laotse

  4. Die Bildung des Geistes gibt erst der Schönheit des Körpers einen Wert.

    — Aesop

  5. In der Liebe haben alle Frauen Geist.

    — Honoré de Balzac

  6. Der Geist eines vollkommenen Menschen ist wie ein Spiegel. Er hält nichts fest. Er reflektiert, aber er hält nichts fest. Deshalb kann der vollkommene Mensch handeln ohne Anstrengung.

  7. Jeder Geist baut sich selbst ein Haus und jenseits dieses Hauses eine Welt und jenseits dieser Welt einen Himmel.

    — Ralph Waldo Emerson

  8. Das Talent arbeitet, das Genie schafft.

    — Robert Schumann

  9. Die Liebe selbst hat im Bereich des Endlichen verschiedene Arten und Formen. Immer muss sie aber Hingabe sein, um echte Liebe zu sein. Man darf wohl sagen, dass der endliche Geist in der Liebe sei …

    — Heinrich Friedrich Karl vom Stein

  10. Kein Mensch hat Geist genug, um niemals langweilig zu sein

    — Marquis de Vauvenargues

  11. Gehe aufrecht wie die Bäume. Lebe dein Leben so stark wie die Berge. Sei sanft wie der Frühlingswind. Bewahre die Wärme der Sonne im Herzen, Und der großer Geist wird immer mit dir sein.

  12. Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich.

    — Friedrich Nietzsche

  13. Kein Wunder, dass uneheliche Kinder gemeiniglich die besten Köpfe sind. Sie sind die Folge einer geistreichen Stunde, die ehelichen oft der Langeweile.

    — Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere

  14. Die zwei Weisesten der Menschen, Sokrates und Christus, schrieben keine Bücher.

    — Karl Julius Weber

  15. Jede Stufe der Bildung fängt mit Kindheit an. Daher ist der am meisten gebildete Mensch dem Kind so ähnlich.

    — Novalis

  16. Die Willensfreiheit haben viele im Munde, im Geist aber wenige

    — Dante Alighieri

  17. Einsamkeit, verbunden mit einem klaren, heiteren Bewußtsein ist, ich behaupte es, die einzig wahre Schule für einen Geist von edlen Anlagen.

    — Gottfried Keller

  18. Geistige Freude ist rein und ruhig.

    — Friedrich von Schlegel

  19. Ruhm ist der Geist eines Menschen, der im Denken anderer Menschen weiterlebt.

    — William Hazlitt

  20. Es gehört nicht viel Geist dazu, alles zu verwirren, viel aber, alles auszugleichen.

    — Charles-Louis de Montesquieu