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Sprüche über Geist

508 Sprüche — Seite 13

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Die Menschen, bei denen Verstand und Gemüt sich die Waage halten, gelangen spät zur Reife.

    Marie von Ebner-Eschenbach

  2. Gedanken sind in der geistigen Welt, was Empfindung in der sinnlichen Welt ist.

    Bettina von Arnim

  3. Die einseitige Ausbildung der geistigen Fähigkeiten bei Vernachlässigung der körperlichen, führt mit Notwendigkeit zur körperlichen Verkrüppelung…

    Wilhelm Liebknecht

  4. Ich habe gefunden, dass Menschen mit Geist und Witz auch immer eine feine Zunge besitzen; jene aber mit stumpfem Gaumen beides entbehren.

    Voltaire

  5. Die Liebe ist die Vergeistigung der Sinne.

    Diotima

  6. Etwas Ungeheures entsteht da vor uns und mit uns - eine geistige Gebirgslandschaft, die man ein Leben lang nicht zu Ende ergründen und auslernen kann.

    Christian Morgenstern

  7. Wer in sich pflegt den Geist der Liebe, dem lebt er in der ganzen Welt; Dem spricht er nachts aus tausend Sternen und tags vom lichten Himmelszelt.

    Otto von Leixner

  8. Ein kluger Mann lebt weder geistig noch finanziell über seine Verhältnisse.

    Philip Chesterfield

  9. Gemüt ist mehr als Geist, denn das Gemüt besteht als Wurzel, wenn der Geist wie Blütenstaub vergeht.

    Friedrich Rückert

  10. Solange der Geist sich nicht wandelt, ist jede äußere Wandlung nichtig.

    Walt Whitman

  11. Die alleinige Quelle des Rechts ist das gemeinsame Bewusstsein des ganzen Volkes: der allgemeine Geist

    Ferdinand Lassalle

  12. Je mehr Geist man hat, desto mehr originelle Menschen entdeckt man. Alltägliche Leute finden bei den Menschen keine Unterschiede.

    Blaise Pascal

  13. Es ist der Geist der Weihnacht, der uns mit Leben erfüllt und im Mantel der Liebe überwintern lässt.

  14. Ein Bücherschatz ist wie ein geistiger Baum, der Bestand hat und seine köstlichen Früchte spendet von Jahr zu Jahr, von Geschlecht zu Geschlecht.

    Thomas Carlyle

  15. Man beherrscht die Menschen mit dem Kopf: mit einem guten Herzen spielt man nicht Schach.

    Nicolas Chamfort

  16. Theoretisch sind wir alle entschlossen, das Leben zu genießen, aber die Praxis ist schwierig.

    Charles Lamb

  17. Es gibt keine wichtigere Sorge in der Schule als die, den Geist der Wahrheit und des Vertrauens in ihren Räumen zu erhalten. Er will aber nur wohnen, wo zugleich der Geist der Freiheit wohnt.

    Friedrich Paulsen

  18. Erkennen ist eine große Leistung des Geistes. Anerkennen eine solche des Herzens.

  19. Das Verhängnis unserer Kultur ist, dass sie sich materiell viel stärker entwickelt hat als geistig.

    Albert Schweitzer

  20. Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man gezwungen ist, ununterbrochen dazuzulernen.

    George Bernard Shaw