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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 12

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Das Auge des Freundes ist so empfindlich, dass der geringste Anlass es verletzt

  2. In Zeiten großer Gefahr darfst du mit dem Teufel gehen, aber nur bis über die Brücke.

  3. Die Gefahr kommt von denen, die nach eurem Geschmack sein wollen.

    Demosthenes

  4. Wenn ein Kind stolpert, hält ein guter Engel seine Hände hin.

  5. Der Wolf ist ein großer Übeltäter, doch er lehrt die Hirten, auf der Hut zu sein.

  6. Beneide niemanden, denn du weißt nicht, ob der Beneidete im stillen nicht etwas verbirgt, was du bei einem Tausche nicht übernehmen möchtest.

    August Strindberg

  7. Nur unterdrückte Worte sind gefährlich

    Ludwig Börne

  8. Ein Gedanke, der nicht gefährlich ist, ist gar nicht wert, ein Gedanke zu heißen

    Oscar Wilde

  9. Hüte Dich vor dem Imposanten. Aus der Länge des Stieles kann man nicht auf die Schönheit der Blüte schließen.

    Peter Altenberg

  10. Das Leben bringt so viel Großes, das Groll erregt, dass man lernen muss, freundlich über das Kleine hinwegzugehen, wenn man nicht ein mürrischer Gesell werden will.

    Georg Ebers

  11. Der Schiffbrüchige fürchtet auch die ruhigen Gewässer.

    Ovid

  12. Glück ist dem Menschen gefährlicher, als Unglück. Dieses hält ihn wachsam, jenes macht ihn gleichgültig

    Charles-Louis de Montesquieu

  13. Die folgenschwersten Fehler passieren, wenn der Mensch sich für unfehlbar hält.

    Else Pannek

  14. Wer nichts sagt, erstickt daran. Wer durchgehend redet, erschlägt damit andere.

    Else Pannek

  15. Wie lange soll der Urlaub dauern? So lange, dass der Chef Sie vermisst, aber nicht so lange, bis er entdeckt, dass er auch ohne Sie recht gut auskommen kann.

  16. In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn; man muß sich hüten, ihn nachdenklich auszubrüten und zu pflegen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  17. Wer mit den Augen anderer sieht, übersieht die Notwendigkeit, sich seinen Platz zu schaffen.

    Else Pannek

  18. Hass ist grenzenlos.

    Heinrich Martin

  19. Nicht auf seine Leut' aufpassen, heisst, den Geldsack offen lassen.

  20. Es ist wichtiger, die Möglichkeiten des Lebens im Auge zu haben als die Gefahren.

    Rainer Haak