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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 6

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Beim Beginne einer Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr des Misslingens am größten. Wenn Schiffe scheitern, so geschieht es nahe am Ufer.

    Ludwig Börne

  2. Die Angst vor einer Gefahr kann manchmal die größte der Gefahren sein.

    Niccolò Tommaseo

  3. Der erste Seufzer der Liebe ist der letzte der Zurechnungsfähigkeit.

    Antoine Bret

  4. Unaufmersamkeit lässt das Schiff stranden.

  5. Halbes Studium ist gefährlicher als die rohe Unbefangenheit des Talents

    Otto Ludwig

  6. Eine schlecht beobachtete Tatsache ist tückischer als ein falscher Schluß.

    Paul Valéry

  7. Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange

    Christian Friedrich Hebbel

  8. Wer den Feind und sich selber kennt, kann ohne Gefahr hundert Schlachten schlagen.

  9. Durch Gefahren setzt ein großes Herz sich durch

    Jean Racine

  10. Die gefährlichste Klippe im Leben eines Künstlers ist die Heirat, besonders eine so genannte glückliche Heirat.

    Anselm Feuerbach

  11. Obwohl jeder das Schicksal hat, einmal zu sterben, lege deinen Kopf nicht in den Rachen des Löwen.

    Saadi Moscharrefoddin

  12. Wer keine Gelegenheit auslassen kann, etwas Kluges zu sagen, dem kann man die Behandlung eines großen Problems nicht anvertrauen.

    William Hazlitt

  13. Das Zerreden ist hundertfach bösartiger und gefährlicher als das Verschweigen.

    Stanislaw Brzozowski

  14. Man ist verloren, wenn man zu viel Zeit bekommt, an sich zu denken.

    Georg Christoph Lichtenberg

  15. Nicht jeder erbitterte Kleinbürger könnte ein Hitler werden, aber ein Stückchen Hitler steckt in jedem von ihnen.

    Leo Trotzki

  16. Niemals muss man gewissenhafter auf Posten stehen, als wenn der Feind so tut, als wolle er Frieden schließen; nie haben wir ihn weniger zu fürchten, als wenn er uns offen angreift.

    Erasmus von Rotterdam

  17. Ungerechtfertigtes Lob kann Schwache gefährden, ungerechter Tadel auch Starke vom rechten Weg ableiten.

    Georg Ebers

  18. Hüte dich vor gezuckerten Zungen und gepfefferten Herzen.

    Julius Wilhelm Zincgref

  19. Überschreitet man das Maß, so wird das Angenehme zum Unangenehmen.

    Epiktet

  20. Mit den ersten Bäumen, die gefällt werden, beginnt die Kultur. Mit den letzten Bäumen, die gefällt werden, endet sie.