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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 6

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Die Gefahr verschont denjenigen, der ihr die Stirn bietet.

    Emile Zola

  2. Wer von allen gehasst wird, kann nicht erwarten, lange zu leben.

    Pierre Corneille

  3. Liebe ist so ungefährlich wie ein Löffel Salzsäure auf nüchternen Magen.

    Charles Baudelaire

  4. Fürchte nicht Feinde, die angreifen, sondern Freunde, die schmeicheln

    Lord Byron

  5. Durch Gefahren setzt ein großes Herz sich durch

    Jean Racine

  6. Niemals muss man gewissenhafter auf Posten stehen, als wenn der Feind so tut, als wolle er Frieden schließen; nie haben wir ihn weniger zu fürchten, als wenn er uns offen angreift.

    Erasmus von Rotterdam

  7. Ungerechtfertigtes Lob kann Schwache gefährden, ungerechter Tadel auch Starke vom rechten Weg ableiten.

    Georg Ebers

  8. Ein Mensch, der Angst hat, wird zum reißenden Tier.

    John Steinbeck

  9. Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange

    Christian Friedrich Hebbel

  10. Die Frau ist kein Raubtier, im Gegenteil, sie ist die Beute, die dem Raubtier auflauert.

    José Ortega y Gasset

  11. Halbes Studium ist gefährlicher als die rohe Unbefangenheit des Talents

    Otto Ludwig

  12. Wenn die Gesellschaft so fortfährt, wird in zweitausend Jahren nichts mehr da sein, kein Grashalm, kein Baum; sie wird die Natur aufgefressen haben.

    Gustave Flaubert

  13. Im Prinzip bin ich ja nicht abergläubisch, aber wenn wir heute Freitag den 13. hätten, käme ich doch lieber ein andermal wieder.

    Alexander Puschkin

  14. Ein dummer Freund macht mehr Ärger als ein kluger Feind.

    Iwan Turgenjew

  15. Ein jeder achte wohl darauf, welche Träume er im heimlichen Winkel seiner Seele hegt; denn wenn sie erst großgewachsen sind, werden sie leicht seine Herren!

    Gustav Freytag

  16. Mit den ersten Bäumen, die gefällt werden, beginnt die Kultur. Mit den letzten Bäumen, die gefällt werden, endet sie.

  17. Der Mensch ist das Raubtier mit den Händen.

    Oswald Spengler

  18. Überschreitet man das Maß, so wird das Angenehme zum Unangenehmen.

    Epiktet

  19. Eine schlecht beobachtete Tatsache ist tückischer als ein falscher Schluß.

    Paul Valéry

  20. Wer den Feind und sich selber kennt, kann ohne Gefahr hundert Schlachten schlagen.