564 Sprüche — Seite 6
Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.
Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.
Die Unglücklichen sind gefährlich
— Johann Wolfgang von Goethe
Liebe ist ein Glas, das zerbricht, wenn man es zu unsicher oder zu fest anfasst.
Man soll dort bleiben,wo man sich glücklich fühlt. Glück ist ein transportempfindliches Möbelstück.
— William Somerset Maugham
Gegenüber Leuten, die unbedingt Kassierer werden wollen, ist Vorsicht angebracht.
— Sir Arthur Conan Doyle
Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave.
— Aristoteles
Vergessen ist Gefahr und Gnade zugleich.
— Theodor Heuss
Mann muss die Menschen entweder mit Freundlichkeit behandeln oder unschädlich machen; denn wegen geringfügiger Kränkungen nehmen sie Rache, wegen schwerer Schädigung können sie es nicht.
— Nicolaus Machiavelli
Für einen Politiker ist es gefährlich, die Wahrheit zu sagen. Die Leute könnten sich daran gewöhnen, die Wahrheit hören zu wollen.
— George Bernard Shaw
Der Hass schadet niemand, aber die Verachtung ist es, was den Menschen stürzt.
— Johann Peter Eckermann
Wer sich vornimmt, Gutes zu tun, darf nicht erwarten, dass ihm die Menschen deswegen Steine aus dem Weg räumen, sondern muss darauf gefasst sein, dass sie ihm welche darauf rollen
— Albert Schweitzer
Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und das Weib von allen Seiten.
— Anton Tschechow
Neugier ist ein verletzliches Pflänzchen, das nicht nur Anregung, sondern vor allem Freiheit braucht.
— Albert Einstein
Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch.
— Albert Einstein
Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte.
— Michel de Montaigne
Fürchte nicht die, die nicht mit dir übereinstimmen, sondern die, die nicht mit dir übereinstimmen und zu feige sind, es dir zu sagen.
— Napoleon
Nur einmal geht der Fuchs in die Falle
Wir sollten auf die Lebensreise vor allem solche Dinge mitnehmen, die bei einem Schiffbruch mit uns gerettet werden können.
— Pindar
Wie der Mensch in seiner Vollendung das edelste aller Geschöpfe ist,so ist er, losgerissen von Gesetz und Recht, das schlimmste von allen.
— Aristoteles
Wer am falschen Faden arbeitet, zerstört das ganze Gewebe.
— Konfuzius