Sprüche über Gefahr
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Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.
Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.
Wer von allen gehasst wird, kann nicht erwarten, lange zu leben.
— Pierre Corneille
Im Prinzip bin ich ja nicht abergläubisch, aber wenn wir heute Freitag den 13. hätten, käme ich doch lieber ein andermal wieder.
— Alexander Puschkin
Wer Geld besitzt, dem drohen Diebe, er schlummert nie in Sicherheit, viel sichrer schläft die Zärtlichkeit bei Aktien der Liebe.
— Anna Luise Karsch
Niemals muss man gewissenhafter auf Posten stehen, als wenn der Feind so tut, als wolle er Frieden schließen; nie haben wir ihn weniger zu fürchten, als wenn er uns offen angreift.
— Erasmus von Rotterdam
Ungerechtfertigtes Lob kann Schwache gefährden, ungerechter Tadel auch Starke vom rechten Weg ableiten.
— Georg Ebers
Hüte dich vor gezuckerten Zungen und gepfefferten Herzen.
— Julius Wilhelm Zincgref
Nicht jeder erbitterte Kleinbürger könnte ein Hitler werden, aber ein Stückchen Hitler steckt in jedem von ihnen.
— Leo Trotzki
Bedenkt auch, wie unberechenbar der Verlauf eines Krieges ist, bevor ihr euch noch in denselben einlasset.
— Thukydides
Überschreitet man das Maß, so wird das Angenehme zum Unangenehmen.
— Epiktet
Mit den ersten Bäumen, die gefällt werden, beginnt die Kultur. Mit den letzten Bäumen, die gefällt werden, endet sie.
Liebe ist so ungefährlich wie ein Löffel Salzsäure auf nüchternen Magen.
— Charles Baudelaire
Die Liebe ist einäugig, aber Hass gänzlich blind
— Berthold Auerbach
Man fällt nicht über seine Fehler! Man fällt immer über seine Feinde, die diese Fehler ausnutzen.
— Kurt Tucholsky
Wenn die Gesellschaft so fortfährt, wird in zweitausend Jahren nichts mehr da sein, kein Grashalm, kein Baum; sie wird die Natur aufgefressen haben.
— Gustave Flaubert
Der Mensch ist das Raubtier mit den Händen.
— Oswald Spengler
Man läuft Gefahr zu verlieren, wenn man zuviel gewinnen möchte.
— Jean de La Fontaine
Ein Mensch, der Angst hat, wird zum reißenden Tier.
— John Steinbeck
Während der Tiger nicht aufhören kann, Tiger zu sein, sich nicht enttigern kann, lebt der Mensch in ständiger Gefahr, sich zu entmenschlichen.
— José Ortega y Gasset
Die Leidenschaften vernichten das Beste und die Besten.
— Heinrich Laube
Der Muskel wird durch starken Gebrauch gestärkt, der Nerv hingegen dadurch geschwächt. Also übe man seine Muskeln durch jede angemessene Anstrengung, hüte hingegen die Nerven vor jeder.
— Arthur Schopenhauer