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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 27

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Der größte Feind der Liebe ist die grübelnde Vernunft, die in kleinmütige Zweifel verfällt.

    Heinrich Martin

  2. Es bringt ein böses Wort viel Unheil oft zuwege. Doch schreibst Du, überlege: ein Brief spricht immerfort.

  3. Der Mensch bleibt schwach bei aller Weisheit, die nur zu oft der Stimmung unterliegt; denn stets kommt eine neue Torheit, wenn kaum die alte ist besiegt.

    Heinrich Martin

  4. Des Menschen Feind, Bruder, ist der Mensch!

    Lewis Wallace

  5. Wer Pech hat, ersäuft auch in der Pfütze

  6. Der Pechvogel stirbt sogar an einem Grießbrei.

  7. Die Furcht steckt an wie der Schnupfen und macht aus dem Singularis allemal den Pluralis.

    Katharina Elisabeth Goethe

  8. Gefährlich wird die Halbbildung erst dann, wenn sie ihre eigene Natur als Bruchteil verkennt und sich hochmütig einbildet, bereits Bildung geworden zu sein.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  9. Die Erziehung umfasst den ganzen, auch den körperlichen Menschen. Es ist gefährlich, die Seele zu üben und nicht zugleich den Leib.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  10. Macht macht schlecht. Absolute Macht macht absolut schlecht.

    John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg

  11. Furcht vor Gefahr ist zehntausendmal beängstigender als die Gefahr selbst.

    Daniel Defoe

  12. Die Feder ist eine starke Waffe. Aber der Mensch kann sich damit sehr viel leichter töten als andere.

    George Prentice Denison