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Sprüche über Gefahr

532 Sprüche — Seite 20

Gefahr gehört zu jenen Erfahrungen, in denen das Leben plötzlich seine Verletzlichkeit zeigt. Sie kann von außen drohen oder aus menschlichem Leichtsinn, Machtstreben und Selbstüberschätzung entstehen und zwingt dazu, genauer hinzusehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nie nur düster, sondern auch klärend.

Wo Gefahr erkannt wird, treten Mut, Vorsicht und Urteilskraft zugleich hervor. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie schmal der Abstand zwischen Sicherheit und Bedrohung oft ist und warum Wachsamkeit nicht Angst bedeuten muss, sondern ein Ausdruck verantwortlicher Nüchternheit sein kann.

  1. Die Störche fliegen hoch und tragen im Schnabel Kröten und Schlangen.

  2. Wer sich zur Taube macht, den fressen die Falken.

  3. Mit welchen Vögeln man fliegt, mit denen wird man gefangen.

  4. Die Vögel, die zu früh singen, holt am Abend die Katz.

  5. Wer einen Fuß im Hurenhaus hat, hat den andern im Spital.

  6. Die menschliche Hand bedeutet menschliche Macht: Mit dem durchgeistigten Handeln der Hand ist der Mensch der Natur gegenüber gefährlich geworden.

    Oswald Spengler

  7. Es ist sonderbar, dass der Mensch sich nicht vor sich selbst fürchtet.

    Friedrich von Schlegel

  8. Glück gibt Gefährten, Gefahr bewahrt den Freund

    Friedrich Halm

  9. Die menschliche Gesellschaft gleicht einem Gewölbe, das zusammenstürzen müsste, wenn sich nicht die einzelnen Steine gegenseitig stützen würden.

  10. Wer zu laut und zu oft seinen eigenen Namen kräht, erweckt den Verdacht, auf einem Misthaufen zu stehen.

    Otto von Leixner

  11. Auf die Feinde muss man wohl Acht haben, denn niemand bemerkt unsere Fehler eher als sie.

    Diogenes Laertius

  12. Wenn das noch immer so weiter geht mit Arbeitseinteilung und Spezialität, dann wär das Wagnis geringer, dem Löwen in den Rachen zu sehn, als mit einem kranken Zeigefinger zum Spezialisten für Dau …

    Ludwig Anton Salomon Fulda

  13. Die Liebe, die in Stürmen lebt und oft in den Armen der Treulosigkeit wächst, widersteht nicht immer dem Frieden der Treue

    Antoine de Rivarol

  14. Auch wenn die Biene einen gestreiften Rücken hat, ist sie noch lange kein Tiger.

  15. Der Mensch gleicht einer Münze, Freund! Ist er von gutem Korn, und scheint dir echt sein Schlag und ist noch scharf sein Rand, dann reich ihm unverweilt die Hand. Griff aber schon die Welt zu seh …

    Aloys Blumauer

  16. Fanatiker sind zu allem fähig, sonst aber zu nichts.

    Georg Christoph Lichtenberg

  17. Zu großes Ansehen ist für die geistige Gesundheit nicht gut

    George Bernard Shaw

  18. Wer Erfahrung mit heißer Suppe hat, bläst auf Fischsalat.

  19. Alles, was uns begegnet, läßt Spuren zurück, alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei; doch ist es gefährlich, sich davon Rechenschaft geben zu wollen.

    Johann Wolfgang von Goethe

  20. Wahrhaftig, der Umgang mit schlechten Büchern ist oft gefährlicher als mit schlechten Menschen.

    Wilhelm Hauff